Magdeburg l Same procedure as every year – jedes Jahr das Gleiche: Vor den internationalen Höhepunkten drängeln sich die deutschen Spitzenathleten im Diskuswerfen um die Startplätze – bei den Männern und Frauen. Auch 2018 ist die Konkurrenz wieder groß. Bei den Männern haben schon fünf Diskuswerfer die Qualifikationsweite für die EM in Berlin (7. bis 12. August) übertroffen, bei den Frauen sind es gar sechs Werferinnen. Christoph Harting aus Berlin, 2016 Olympiasieger in Rio, und Claudine Vita, Jahresbeste vom SC Neubrandenburg, haben bei der ersten Noiminierungsrunde in der vergangenen Woche bereits das Ticket für das Olympiastadion erhalten.

Wierig liegt mit 66,98 Metern derzeit auf Platz zwei der deutschen Jahresbestenliste, so auch Anna Rüh (62,66 m). Auch SCM-Werfer David Wrobel, der mit seiner persönlichen Bestweite von 65,98 Metern ebenfalls die Qualifikationsweite übertroffen hat, liegt gut im Rennen – alle müssen sich aber über die deutsche Meisterschaft am 21./22. Juli abschließend qualifizieren.

Quali bereitet Wierig Bauchschmerzen

Wierig sieht den Quali-Weg durchaus mit Bauchschmerzen. „Wenn du bei der EM deinen absoluten Höhepunkt haben willst, dann kannst du nicht auch schon bei den deutschen Meisterschaften dein Top-Niveau haben“, sagte der 31-Jährige und zeigte Verständnis für die Vornominierung. „Das macht Sinn“, so der Magdeburger in einem Interview mit der Fachzeitschrift „Leichtathletik“, schränkt aber gleichzeitig ein: „Die Vornominierung ist eine ,Kann-Bestimmung‘. Davon halte ich nicht so viel. Letztendlich ist es ein wenig Willkür.“

Für Rüh sind die Nominierungsrichtlinien dagegen nicht konkret genug: „Für mich gibt es da wenig klare Aussagen. Das Eindeutigste in den vergangenen Jahren war, dass die Deutschen Meister mit erfüllter Norm zu den internationalen Meisterschaften fahren. Das ist in der Form auch nicht mehr so formuliert. Am Ende ist das Nominierungsverfahren für mich Auslegungssache“, erklärte die gebürtige Neubrandenburgerin .

Beide müssen aufs Podest kommen

Der Traum von einem Start bei der EM lebt für die beiden SCM-Athleten dennoch. Bei den nationalen Titelkämpfen müssen die beiden auf das Podest kommen. Für den siebenfachen Medaillengewinner Wierig und die dreifache Medaillengewinnerin Rüh ist das machbar. Für eine mögliche EM-Teilnahme haben die beiden schon konkrete Ziele: „Was für mich realistisch wäre, wenn ich starten könnte, wäre ein vierter bis sechster Platz“, so Rüh. „Die Top Acht wären für mich realistisch, alles andere wäre Zugabe“, blickt Wierig voraus. Sicher planen können die Leichtathleten des SC Magdeburg mit einer Teilnahme aber noch nicht – trotz erfüllter Anforderungen.

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