Berlin/Magdeburg l David Wrobel hat seine Rechnung beglichen. Mit einer Weite, mit der er auch zufrieden war. 60,94 Meter holte der Diskus-Hüne vom SC Magdeburg beim Indoor-Istaf am vergangenen Freitagabend in der Berliner Mercedes Benz Arena aus seinem rechten Wurfarm heraus. Dreieinhalb Meter mehr also als bei seiner Premiere vor drei Jahren. „Für diesen Zeitpunkt der Vorbereitung und in der Halle ist die Leistung vollkommen in Ordnung“, erklärte der 29-Jährige, der allerdings auch weiß: „Ich habe noch einige Reserven in den Fingerchen.“

Genau wie Wrobel hat auch Martin Wierig vor 12 500 Zuchauern seine Versuche mit dem Zwei-Kilo-Diskus nicht optimal getroffen. Sein bester der vier Würfe landete bei 62,07 Metern – Rang zwei mit 20-Zentimeter-Rückstand hinter Alin Firfirica aus Rumänen. „Ohne Windunterstützung ist das eine passable Leistung“, erklärte Wierig, „auch wenn ich mir einen Meter mehr gewünscht hätte. Aber ich bin nicht unzufrieden. Darauf lässt sich gut aufbauen.“

"Die Wucht ist da"

Für Wrobel und Wierig war es der erste Wettbewerb seit Oktober, seit der Weltmeisterschaft in Doha (Katar). Wierig stellte fest: „Die Wucht ist da, aber das Gefühl für Geschwindigkeit noch nicht.“ Beide hatten in den vergangenen Wochen vorwiegend hart an der Kraft gearbeitet, weshalb die Arme derzeit schneller agieren in dem komplexen Wurfsystem als die Beine.

Gemeinsam mit Christoph Harting (61,28 m) haben sich die vier Herren für die Niederlage im vergangenen Jahr gegen die Damen ihrer Disziplin revanchiert. Dabei legte Shanice Craft mit der Ein-Kilo-Scheibe einen neuen Hallen-Weltrekord mit 64,04 Metern vor. „Da hatten wir ein bisschen Muffensausen bekommen“, erklärte Wrobel die staunenden Blicke der Männer. Nadine Müller aus Halle brachte ihre Scheibe auf 60,44 Meter.

Ebenfalls eine starke Leistung legte Weltmeisterin Malaika Mihambo, die den Weitsprung mit 7,07 Metern gewann. Lea-Jasmin Riecke vom Mitteldeutschen SC wurde mit 5,98 Metern in ihrem einzigen gültigen Versuch Achte.