Oschersleben/Magdeburg l Dominique Schaak – 29 Jahre alt, aus Magdeburg, ist der Mann mit Erfahrung. Hugo Sasse – 16 Jahre jung, aus Aschersleben, ist das große Talent, das gerade den Sprung aus dem Kart rein ins Cockpit eines GT4-Boliden gemeistert hat. Beide fahren für das Team T3 Motorsport und gehen in der kommenden Saison der ADAC GT4 Germany an den Start.

Teamchef Jens Feucht ist überzeugt von seinem Fahrerduo. Das „ein oder andere Podestplätzchen“, verspricht sich der seit über 20 Jahren in Dresden lebende Schwabe. Sasse bringe „unglaublich viel Talent, Detailarbeit und Feinfühligkeit für das Fahrzeug“ mit. Bei „entsprechender Unterstützung und Förderung und viel Fahrzeit“ prophezeit ihm sein Teamchef eine Profikarriere. Dem erfahreneren Schaak wird die Rolle des Mentors zuteil.

Hugo Sasse macht aus der Not eine Tugend

Doch warum wechselt Sasse genau jetzt weg vom Kart rein in den GT-Sport? „Durch die Corona-Krise hatten wir eine ziemlich lange Pause im Kartsport“ erklärt Sasse. Deshalb verständigten er und T3 Motorsport sich bereits jetzt auf eine Zusammenarbeit in der GT4 Germany. Beide Seiten wollen in dieser Saison vor allem eins: lernen. Denn nicht nur für Sasse, sondern auch für Schaak und das T3 Motorsport-Team ist die Saison 2020 die erste in der ADAC GT4 Germany. Eine Rennserie, die im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters fährt und vorrangig auf die Entwicklung junger Talente ausgerichtet ist.

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Ein weiteres Kriterium: Hugo Sasse ist dem Kartsport wortwörtlich entwachsen. Mit seinen bereits 1,85 Metern Körpergröße befürchtet er eine schlechter werdende Performance im Kart. Der Körpergröße geschuldet, erhöht sich sein Schwerpunkt im Kart, „egal was man am Setup probiert“, und das mache ihn langsamer.

Schaak ist froh über den Regen

So weit die Theorie – der erste Praxistest mit dem Fahrerduo erfolgte am Mittwoch in Oschersleben. Am Arena Track Day probte T3 Motorsport erstmals das Zusammenspiel der beiden Sachsen-Anhalter. Schaaks Fazit: „Hugo und ich harmonieren bereits sehr gut.“

Ein wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit ist der gegenseitige Austausch über die Streckenverhältnisse. Das klappte bereits hervorragend und spielte an diesem Testtag eine besondere Rolle. Denn starker Regen machte die Strecke phasenweise unberechenbar. Schaak gewann dem scheinbar schlechten Wetter dennoch nur Positives ab. Es sei enorm wichtig, schon vor der Saison „Regenkilometer“ zu sammeln. Außerdem erwartet er beim Saisonfinale vom 6. bis 8. November in Oschersleben ähnliches Wetter, weshalb dieser Trainingstag optimale Vorbereitung bot.

In der GT4 Germany geht es nur gemeinsam

Dass die beiden nur etwa 50 Kilometer voneinander entfernt wohnen, ist ein großer Vorteil, wie der Magdeburger betont: „Wir kommen beide aus der Region, das heißt, wir können auch abseits der Rennstrecke oft etwas zusammen unternehmen. Ein gutes Verhältnis zueinander ist enorm wichtig.“

In der GT4 Germany können die Fahrer nämlich nur gemeinsam erfolgreich sein. Nach der Hälfte der einstündigen Rennen erfolgt ein Fahrertausch, beide Piloten teilen sich ein Fahrzeug. Obwohl also laut Schaak „der erste Gegner, den man schlagen möchte“, der Teamkollege sei, bleibe der Teamgeist immer präsent. „Wenn wir gegeneinander arbeiten, haben wir keinen Erfolg.“