Magdeburg l 150 Kilometer voneinander entfernt haben Lukas Märtens und Florian Wellbrock am Donnerstag  ihre Bahnen gezogen, der eine im Training in der Magdeburger Elbehalle, der andere bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Berlin. Dort wäre der 17-jährige Märtens gerne auf den Spuren des Weltmeisters gekrault, doch der grippale Virus ließ einen Start nicht zu. „Ich muss jetzt im Training Kilometer aufholen“, sagte der Schwimmer vom SCM. Deshalb hatte Trainer Bernd Berkhahn alle Starts seines Schützlings kurzerhand abgesagt.

So konnte Märtens auch gar nicht verfolgen, wie der 22-jährige Wellbrock den nationalen Titel im der Halle im Europa-Sportpark gewann, wie er nach 14:30,07 Minuten anschlug und wie er nur 1,48 Sekunden über seiner persönlichen Bestleistung blieb. „Ich habe in der vergangenen Woche im Höhentrainingslager in Spanien noch mehr als 100 Kilometer trainiert, dafür war die Zeit in Ordnung“, sagte Wellbrock.

Wie er sind auch die Verfolger weit unter der Norm für die Europameisterschaft in Glasgow (4. bis 8. Dezember) geblieben, zu der der Magdeburger nicht antreten wird: Sven Schwarz als Zweiter in 14:31,24 und Ruwen Straub als Dritter in 14:34,05 Minuten.

Ein Ergebnis, das Mut macht

Sarah Köhler setzte derweil ihre Rekordserie in diesem Jahr fort: Die 25-Jährige aus der SCM-Trainingsgruppe siegte über 800 Meter Freistil mit der nationalen Bestmarke von 8:08,02 Minuten vor Celine Rieder (8:16,85) und der 17-jährigen Osterburgerin Isabel Gose, die mit 8:17,18 Minuten einen neuen Altersklassenrekord aufstellte. „Ich habe das Trainingslager in der Sierra Nevada gut überstanden, aber die vier Wochen merkt man natürlich“, sagte Köhler, die für die SG Frankfurt startet. Und ergänzte: „Es hat sich auch gar nicht so schnell angefühlt, eher unkoordiniert. Aber das Ergebnis macht Mut für den weiteren Saisonverlauf.“

Einer harten Konkurrenz musste sich indes Franziska Hentke erwehren, der vermutlich härtesten seit zehn Jahren. Die 30-Jährige gewann über 200 Meter Schmettering in 2:06,27 Minuten – und nur mit 48 Hundertstel vor Angelina Köhler. „Ich weiß gar nicht, der wievielte Kurzbahntitel das für mich war“, fragte sich Hentke. Es war der zwölfte. „In dieser Saison steht für mich aber eher die Zeit im Fokus und wie ich die Rennen schwimme.“ Selbst wenn sie erst am Vorabend ihres ersten Starts aus der Sierra Nevada zurückgekehrt ist.