Magdeburg l Einigen Passagieren des Charterfluges von Indianapolis (USA) nach Neapel wird das Herz in die Hose gerutscht sein, als sich ihre Maschine am Montag in der Metropole Italiens an der Landung versuchte. Eine Stunde lang hatte der Pilot auf diese Chance gewartet. So lange kreiste die Boeing bereits über dem Vulkan Vesuv.

„Dann hat der Flieger steil zur Landung angesetzt und stark gebremst. 15 Meter über dem Boden hat der Pilot durchgestartet. Und wir sind weitergeflogen nach Rom“, berichtet Franziska Hentke vom SC Magdeburg, die im Flugzeug mit Trainingskollegin Sarah Köhler und ihrem Profiteam Aqua Centurions auf dem Weg zur zweiten Station der Internationalen Swimming League (ISL) war. Letzlich erreichten die Athleten kurz vor Mitternacht das Hotel in Neapel, wo sie am Wochenende erneut um Punkte fürs Finale im Dezember in Las Vegas (USA) kämpfen.

Hentkes Start durchwachsen

Ihren eigenen Start in die Liga am vergangenen Wochenende in Indianapolis beschreibt die 30-jährige Hentke als „durchwachsen“. Über 200 Meter Schmetterling war sie Dritte auf der Kurzbahn geworden. Nach 2:06,92 Minuten hatte sie angeschlagen. „Die Zeit war in Ordnung“, sagt Hentke, d1ie den nationalen Rekord (2:03,01) hält. Aber sowohl Wenden als auch die Technik funktionierten „auf den ersten 100 Metern gut, auf den zweiten nicht mehr. Es geht also noch besser.“ Besser lief es für Köhler (25), die mit 1:58,01 Minuten über 200 Meter Freistil ihre Bestmarke nur um 26 Hundertstelsekunden verpasste.

Während sich die beiden Magdeburger Damen also Wettkampfhärte in Neapel holen, will Florian Wellbrock beim Weltcup in Berlin seine frühe und gute Form bestätigen. Zuletzt in Budapest (Ungarn) hatte der 22-Jährige mit 14:57,83 Minuten über 1500 Meter Freistil gewonnen und überzeugt. „Eine Zeit unter 15 Minuten ist zu diesem Zeitpunkt prima“, sagt der Schützling von Bernd Berkhahn. „Aber jetzt geht die richtige Olympiavorbereitung erst los mit drei harten Trainingslagern.“ Ins erste starten die Magdeburger bereits am kommenden Mittwoch. Dann geht es für vier Wochen in die Sierra Nevada (Spanien).

Aber nicht nur auf seiner Paradedistanz will Weltmeister Wellbrock überzeugen. Im Europa-Sportpark, wo die finalen Wettbewerbe morgen um 17.30, am Sonnabend um 17.40 und am Sonntag um 18 Uhr beginnen (live Eurosport), schickt ihn Berkhahn zudem über 200 Meter Schmetterling sowie 200 und 400 Meter Freistil an den Start. Außerdem sind vom SCM dabei: Aliena Schmidtke, Marius Zobel, Lukas Märtens und Rob Muffels.