Frankfurt/Main (dpa) - Von einem Europa-League-Topstart wie bei Bayer Leverkusen oder der TSG Hoffenheim konnten die WM-Helden von 2014 nur träumen.

Dabei müssen sich Mario Götze und Mesut Özil nicht nur mit dem zweithöchsten europäischen Wettbewerb statt der Champions League arrangieren, sondern dort auch noch Frusterlebnisse verdauen. Götze traf zwar im zweiten Spiel zum zweiten Mal für PSV Eindhoven, doch musste der einstige WM-Siegtorschütze nach seinem 1:0-Führungstor zur Halbzeit verletzt raus - und von dort mit ansehen, wie sein Club noch mit 1:2 gegen den FC Granada verlor.

Trainer Roger Schmidt geht allerdings nicht davon aus, dass Götze wegen der "Muskelverletzung" länger fehlt. Mit seinem Wechsel will der zuletzt in Dortmund kaum noch berücksichtigte Götze wieder in die Spur finden. "Ich bin mit Mario sehr zufrieden, und er ist wichtig für unsere Mannschaft. Dass er schon zwei Tore geschossen hat, gibt ihm Selbstvertrauen, und ich sehe, dass er hier gerne ist", lobte Schmidt den 28-Jährigen. "De Telegraaf" schwärmte gar, Götze sei schon jetzt "der Mann, für den sich die Fußball-Liebhaber Eindhoven anschauen".

Von einem solchen Status ist Mesut Özil beim FC Arsenal meilenweit weg. Der frühere DFB-Spielmacher wurde bei den Gunners weder für den Premier-League-Kader noch für das Europa-League-Aufgebot berücksichtigt. Er sei "tief enttäuscht", schrieb der 32 Jahre alte Özil auf Instagram. Dass seine Loyalität und Treue zum Club nicht erwidert wurde, mache ihn traurig, fügte Özil an.

Arsenal startete mit einem 2:1-Sieg bei Rapid Wien, bei dem ein schwerer Patzer des deutschen Keepers Bernd Leno zwar zum 0:1-Rückstand führte, die Londoner aber trotzdem keine Punkte kostete. Özil baute Leno nach seinem Fehler schnell wieder auf, nachdem dieser in der 51. Minute dem Wiener Torschützen Taxiarchis Fountas den Ball quasi in die Füße spielte. "Kopf hoch, Kumpel! Wir haben noch genug Zeit, die Partie zu drehen. Kommt jetzt, Gunners!", schrieb Özil wenige Momente nach dem Gegentreffer.

Die deutschen Teams Leverkusen (6:2 gegen OGC Nizza) und Hoffenheim (2:0 gegen Roter Stern Belgrad) hatten derweil nur einen Makel zu beklagen: dass ihr souveräner Europa-Auftakt wegen der Corona-Lage ohne Fans im Stadion stattfinden musste. Die Werkself von Trainer Peter Bosz feierte beim Spektakel gegen den französischen Gast um Kult-Verteidiger Dante gar seinen bisher höchsten Sieg in der Europa League. Kapitän Lars Bender sagte: "Das tut den Jungs gut und uns als Mannschaft gut. Es gibt so Abende, da gehen die Dinger halt rein. Und dann macht man auch mal sechs Hütten."

Leverkusen hat damit in 90 Minuten Europa League doppelt so viele Tore erzielt wie in den vier bisherigen Bundesliga-Spielen. Bosz reagierte auf die Frage, ob der Knoten nun geplatzt sei, dennoch verärgert: "Meiner Meinung nach ist das alles Quatsch. Es kann doch nicht sein, dass mit einem Spiel alles gut ist. Ich glaube, dass es vorher nicht so schlecht war wie alle gesagt haben. Und heute war nicht alles so gut wie viele sagen." Neben Doppel-Torschütze Karim Bellarabi hatten auch Nadiem Amiri, Lucas Alario, Moussa Diaby und Florian Wirtz getroffen.

Für Hoffenheim war es im 15. internationalen Spiel überhaupt erst der zweite Sieg. Das 2:0 dank Toren von Christoph Baumgartner und Munas Dabbur geriet aber zumindest bei einem Profi ganz schnell in den Hintergrund. Mittelfeldakteur Florian Grillitsch packte zur Halbzeit seine Sachen und eilte in Richtung Krankenhaus, wo seine Frau Hannah bereits in den Wehen lag. "Jetzt hoffen wir, dass er ein gesundes Europapokal-Baby bekommt", meinte Trainer Sebastian Hoeneß wohlgelaunt. Seinem Ziel, im Europapokal zu überwintern, war der Coach mit dem Auftakt-Dreier zuvor ein großes Stück näher gekommen.

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