Winterspiele Wer gewinnt bei Olympia Gold für Deutschland?
Der Eiskanal von Cortina soll für das deutsche Team zur Gold-Bahn werden. Doch wie groß sind die Chancen insgesamt bei den Winterspielen in Italien - ein Überblick.

Mailand - Zwölfmal Gold bejubelten die deutschen Athleten und Athletinnen vor vier Jahren bei Olympia in Peking. Bei den Winterspielen in Italien hofft der Deutsche Olympische Sportbund auf eine ähnliche Ausbeute - besonders groß sind die Chancen im Eiskanal von Cortina d'Ampezzo.
Vor allem im Bob, Rodeln und Skeleton geht das deutsche Team aussichtsreich an den Start - ein Duo kann sich dabei zu den erfolgreichsten Winter-Olympioniken aus Deutschland krönen. Dies sind die größten deutschen Gold-Hoffnungen bei Olympia in Mailand und Cortina:
Felix Loch, Rodeln
Altmeister Felix Loch ist in bestechender Form und hat mit seinem Sieg bei der Olympia-Generalprobe in Oberhof auch die Führung im Gesamtweltcup übernommen. „Ich bin schon lange nicht mehr so gut gefahren wie jetzt in diesem Moment“, sagt der dreimalige Rodel-Olympiasieger. Für den 36-Jährigen sind es die fünften Winterspiele.
Erste Goldchance: Einsitzer, Sonntag, 8. Februar
Emma Aicher, Ski alpin
Emma Aicher ist die derzeit beste deutsche Skirennfahrerin - und vielseitig wie aktuell keine andere Alpin-Sportlerin auf der Welt. Die 22-Jährige gewann in diesem Winter schon eine Abfahrt und einen Super-G und war dabei sogar schneller als US-Star Lindsey Vonn. Aicher holte diese Saison im Slalom noch zwei Podestplätze. Sie kämpft gleich in drei Disziplinen um Edelmetall.
Erste Goldchance: Abfahrt, Sonntag, 8. Februar
Ramona Hofmeister, Snowboard
Nach monatelanger Pause wegen einer Sprunggelenkfraktur meldete sich die 29-Jährige mit zwei Siegen im alpinen Snowboard-Weltcup zurück. Bei der Olympia-Generalprobe wurde die viermalige Gesamtweltcupsiegerin Zweite und holte sich weiteres Selbstvertrauen für ihre insgesamt dritten Spiele. Reicht es acht Jahre nach Bronze in Pyeongchang sogar für Gold? Hofmeister gilt als erste Herausforderin der überragenden Tschechin Ester Ledecka.
Goldchance: Sonntag, 8. Februar
Tobias Wendl/Tobias Arlt, Rodeln
Sechs Goldmedaillen hat das bayerische Duo Tobias Wendl und Tobias Arlt seit 2014 in Sotschi schon verbucht. Und es sieht erneut nach einem Coup für die Rodel-Doppelsitzer aus - dies würde deutschen Rekord für Winterspiele bedeuten. In Oberhof brachten sie sich mit Bahnrekord und dem 60. Weltcupsieg in Stellung. „Wenn alles zusammenkommt, dann sind wir in bestechender Form“, sagen die beiden 38 Jahre alten Routiniers.
Erste Goldchance: Doppelsitzer, Mittwoch, 11. Februar
Vinzenz Geiger, Nordische Kombination
Vinzenz Geiger ist gerade rechtzeitig für die Winterspiele wieder in Topform. Beim letzten Weltcup-Wochenende vor der Reise nach Italien feierte der Olympiasieger von 2022 in Seefeld einen Sieg und wurde einmal Dritter. Der Oberstdorfer zählt unter den Nordischen Kombinierern vor allem im Langlauf zu den Allerbesten und ist für seinen famosen Schlussspurt bekannt.
Erste Goldchance: Einzel, Mittwoch, 11. Februar
Jacqueline Pfeifer, Skeleton
Mit ihrem Sieg beim Weltcupfinale in Altenberg hat sich die 30-Jährige für Olympia in Stellung gebracht. Die Olympia-Zweite von Pyeongchang 2018 hatte auch das Auftaktrennen auf der neuen Olympia-Bahn gewonnen. „Ich fahre mit einem guten Gefühl zu den Olympischen Winterspielen“, sagte die Zweite im Gesamtweltcup. Ihr ohnehin schon schneller Skeleton-Schlitten hat für Olympia ein weiteres Update bekommen.
Erste Goldchance: Einzel, Samstag, 14. Februar
Laura Nolte, Bob
Der Weg zu Gold führt in beiden Disziplinen nur über die 27 Jahre alte Laura Nolte. „Ich nehme die Favoritenrolle an, das macht uns nichts. Das sind wir die letzten Jahre schon oft gewesen“, sagte Nolte, die in Peking 2022 Gold mit Deborah Levi holte. Im Sommer hat sie ihre Sprintfähigkeiten gesteigert. Das macht sich auch im Monobob bemerkbar.
Erste Goldchance: Monobob, Montag, 16. Februar
Minerva Hase/Nikita Volodin, Eiskunstlauf
Die Paarläufer sind die große Goldhoffnung des deutschen Eiskunstlauf-Teams. Bei der WM in Boston im vergangenen Jahr wurden sie Zweite und verpassten knapp den Titel. Bei Olympia träumen Hase/Volodin nun vom Gold-Coup. Zuletzt bei der EM in Sheffield musste das Duo mit Rang zwei und wackligen Vorstellungen aber einen Rückschlag einstecken.
Goldchance: Montag, 16. Februar
Francesco Friedrich, Bob
Rekordweltmeister Francesco Friedrich peilt sein drittes Gold-Double in Serie an. Doch sein Ruf als Dominator hat in dieser Olympia-Saison etwas gelitten. Johannes Lochner gewann beide Gesamt-Weltcups und dominierte gerade im Zweierbob mit Anschieber Georg Fleischhauer. Zuletzt gewann zweimal Adam Ammour und war der lachende Dritte.
Erste Goldchance: Zweierbob, Dienstag, 17. Februar