London (dpa) - Die verbalen Spielchen leistet sich Max Hopp besonders gerne mit dem jahrelangen Darts-Dominator Michael van Gerwen.

Nachdem es der Niederländer unmittelbar vor WM-Beginn bei Sport1 als "ein bisschen traurig" bezeichnete, dass Gabriel Clemens den "Maximiser" als deutsche Nummer eins abgelöst hat, brauchte Hopp nicht lange für einen Konter. Sein WM-Favorit sei der Waliser Gerwyn Price und nicht van Gerwen. Der Weltranglistenerste sei ein Profi, der die jubelnden und feiernden Fans brauche - und die werden ja coronabedingt erstmal fehlen. Als van Gerwen den Deutschen bei der WM 2019 mit 4:1 schlug, hatte er auch noch ein paar Giftpfeile in Hopps Richtung geschickt.

Dieser vollbringt das Kunststück, "Routinier und Youngster zugleich" zu sein, wie er selbst beschreibt. Wenn der Hesse Hopp am Mittwoch (19.00 Uhr/Sport1 und DAZN) gegen Australiens Außenseiter Gordon Mathers in sein bereits achtes WM-Turnier startet, gehört er mit 24 Jahren immer noch zu den Jüngeren im Feld. Auf den großen Erfolg wartet Hopp im Londoner Alexandra Palace aber noch, über die dritte Runde kam er bislang nie hinaus.

Der eloquente Hopp weiß um das große Interesse und Potenzial des Darts-Sports in Deutschland. Selbstbewusst hat er immer wieder gesagt, sein Ziel sei eines Tages der WM-Titel. Was bislang als ungelöstes Pfeile-Versprechen gilt, sieht Hopp als Langzeitaufgabe. "Es ist leider heutzutage schade, dass du als junger Sportler nicht deine Ziele äußern kannst. Ich bleibe dabei, dass ich einmal Weltmeister werden möchte. Diesen Traum haben ganz, ganz viele. Man muss diesen Traum haben", sagte Hopp der Deutschen Presse-Agentur.

Dass er den WM-Traum offen äußert, bekommt Hopp natürlich stets dann um die Ohren, wenn er beim mit 2,5 Millionen Pfund dotierten Turnier früh ausgeschieden ist. Wann der riesige Sprung in Richtung Champion gelinge, könne man nicht vorhersehen, betont Hopp.

"Ich bin ja noch jung, hoffentlich habe ich noch 20 bis 30 weitere Jahre als Profi. Wenn man sich stetig verbessert, kann so ein Ziel mal real werden. Das braucht seine Zeit." Das ist nicht unrealistisch: Auch andere Größen wie der Engländer Phil Taylor oder der Niederländer Raymond van Barneveld spielten bis weit über ihren 50. Geburtstag Darts.

Was aber auffällt: Hopps Entwicklung ist nicht stringent. Im Jahr 2018 hatte er sein erstes European-Tour-Turnier gewonnen und war ins EM-Halbfinale eingezogen. In der Weltrangliste schaffte er es 2019 sogar in die Top 25. Das alles hat der deutsche Hoffnungsträger im Corona-Jahr eingebüßt. Er ist nicht mehr in den Top 32 der Rangliste und hat demnach auch kein Freilos zum WM-Start. "Es hätte besser laufen können", fasst Hopp sein Jahr zusammen. Das Turnier im "Ally Pally" biete nun aber die Chance, das schwierige Jahr "mit einem Highlight zu krönen".

Allen Weltmeister-Träumen zum Trotz sind die Erwartungen gedämpft. Hopp sagt, seine WM wäre schon ein Erfolg, wenn er am Mittwoch den Australier Mathers schlage. Dies muss für den Junioren-Weltmeister 2015 aber als absolute Pflichtaufgabe gelten. Darts-Experte Elmar Paulke sieht die 3. Runde als mögliches Ziel, dazu müsste Hopp nach Mathers auch am Engländer Mervyn King vorbei. "Die WM kann ein tröstendes Ende werden", beschreibt Paulke. Die anderen beiden Deutschen Nico Kurz (am Samstag) und Clemens (am Montag) greifen erst später ins Turnier ein.

© dpa-infocom, dpa:201215-99-696769/3

Informationen zur Darts-WM 2021

Spielplan Darts-WM

Order of Merit

Details zur Darts-Weltrangliste

PDC auf Twitter

Mitteilung zu Zuschauerkapazität

PDC-Profil Hopp

PDC-Profil Clemens

PDC-Profil van Gerwen

PDC-Profil Wright

PDC-Profil Price

Hopp auf Twitter

Homepage von Max Hopp