Glasgow (dpa) - Die deutschen Schwimmer haben die Kurzbahn-EM als kleine Zwischenetappe auf dem Olympia-Weg mit einmal Gold und insgesamt acht Medaillen gemeistert.

Ohne Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock und Weltrekordlerin Sarah Köhler sorgten Schmetterling-Ass Marius Kusch mit seinem EM-Titel für den Höhepunkt.

Am Sonntag setzten Freistilschwimmerin Isabel Gose über 400 Meter, Ramon Klenz über 200 Meter Schmetterling und Rückenschwimmer Christian Diener im 50-Meter-Rennen mit Silber mit Edelmetall die Schlusspunkte aus deutscher Sicht. Die 4 x 50 Meter-Lagen-Staffel der Männer schwamm im letzten Wettkampf die drittschnellste Zeit, wurde wegen eines Wechselfehlers aber disqualifiziert. Diener schlug gut sieben Monate vor den Sommerspielen gleich dreifach in Glasgow zu.

In Abwesenheit von Wellbrock und Köhler, die in der Vorbereitung auf die Sommerspiele die Wettkämpfe in Schottland ausließen, kam der Deutsche Schwimm-Verband erwartungsgemäß nicht an die Ausbeute von Kopenhagen vor zwei Jahren mit drei Titeln und insgesamt sieben Medaillen heran. Zufrieden verließ der DSV die vom Russen Wladimir Morosow mit sieben und der Ungarin Katinka Hosszú mit vier Titeln geprägten Wettkämpfe trotzdem.

"Unsere Finalbilanz bei der Kurzbahn-EM in Glasgow kann sich sehen lassen. Die Topathleten des DSV haben nachgewiesen, dass sie sich in Hinblick auf die Olympischen Spiele in Tokio in eine gute Ausgangsposition gebracht haben", sagte Teamcoach Hannes Vitense. "Aber wir haben hier auch Potenziale entdeckt und wichtige Erkenntnisse über die nächsten Schritte gewonnen: zum einen für den Weg nach Japan, aber auch für die Entwicklung der Nationalmannschaft insgesamt."

Große Aussagekraft haben die Titelkämpfe auf der 25-Meter-Bahn für Tokio aber nicht. Kusch & Co. dürfen aber ein gutes Gefühl für den Olympia-Countdown mitnehmen. Der 26-Jährige erfüllte sich mit dem Titel in 49,06 Sekunden über 100 Meter Schmetterling und der Verbesserung des zehn Jahre alten deutschen Rekords von Steffen Deibler (49,23) einen "Kindheitstraum", der aber nur eine Zwischenstation war. "Der Fokus ist nächstes Jahr Olympia. Dafür habe ich sehr viel aufgegeben", erklärte der EM-Vielstarter.

Silber über 50, 100 und 200 Meter Rücken gaben auch Diener viel Schwung für die strapaziöse Olympia-Vorbereitung. Vor allem die in 49,94 Sekunden über 100 Meter eingestellte, ebenfalls zehn Jahre alte Rekordmarke von Helge Meeuw freute den 26-Jährigen. "Endlich ist der deutsche Rekord gefallen", sagte Diener. Deibler und Meeuw schwammen ihre Bestmarken zu Zeiten der mittlerweile nicht mehr zugelassenen Hightech-Anzüge.

Zu einer Medaille reichte es für Freistilschwimmerin Annika Bruhn am Samstag in 1:53,48 Minuten über 200 Meter nicht. Aber sie knackte den neun Jahre alten deutschen Rekord von Silke Lippok (1:53,96). Marco Koch meisterte diese Etappe mit Bronze über 200 Meter Brust ebenso wie der Olympia-Sechste Philip Heintz über 200 Meter Lagen. Beide blicken schon dem im Januar beginnenden Olympia-Qualifikationszeitraum entgegen.

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