Berlin (dpa) - Für den Chef der Doping-Opfer-Hilfe, Michael Lehner, ist ein Ende bei der Beratung von geschädigten DDR-Sportlern absehbar.

"Das Thema DDR-Zwangsdoping wird irgendwann auslaufen", sagte der Rechtsanwalt der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Vereins, das der DOH am heutigen Dienstag in seiner Geschäftsstelle in Berlin begeht. "Wir haben unseren Mietvertrag für die nächsten zwei Jahre verlängert, und dann muss man einfach schauen", informierte Lehner.

Der Sportjurist hatte in den letzten Jahren schon häufiger mit einem Auslaufen der Anfragen gerechnet, doch gab es allein in diesem Jahr "120 persönliche Beratungen und pro Monat 30 neue Anfragen". Insgesamt habe der Verein seit der Gründung zwischen 1300 und 1400 Sportler beraten. Angesichts kritischer Stimmen betonte Lehner den Beratungsaspekt. Die Entscheidung über eine einmalige Entschädigungszahlung in Höhe von 10.500 Euro treffe nur das Ministerium.

Auch wenn die historische Komponente in den kommenden Jahren wegfallen wird, sieht Lehner die Arbeit der DOH nicht als beendet an. "Wenn es keinen Bedarf mehr gibt, dann gibt es andere Themen für unseren Verein - und nicht mehr das unmittelbare Thema Doping-Opfer der DDR", meinte der Heidelberger Anwalt. Als Beispiele führte er zu hartes Training und Übergriffe bei Mädchen an. "Die Thematik der Unterwerfung von Sportlern ist da, und damit werden wir uns nach dem Auslaufen der DDR-Thematik befassen", betonte Lehner. "Uns wird es in 25 Jahren noch geben, aber die Themen werden sich dann verschieben."

Webseite der DOH