Erfurt (dpa) - Der Landessportbund Thüringen prüft eigenen Angaben zufolge mögliche Verstrickungen des Vaters des mutmaßlichen Doping-Arztes Mark S. es scheine so, dass auch dieser "den Thüringer Sport ge- und vor allem enttäuscht hat", erklärte LSB-Präsident Stefan Hügel in Erfurt.

Für einen Zusammenhang zwischen dessen ehrenamtlichen Positionen im Verband und den aktuellen Vorwürfen gegen seinen Sohn gebe es derzeit jedoch keinerlei Ansätze. Dennoch will das Präsidium prüfen, ob dem Mann eine Ehrung des LSB Thüringen aus dem Jahr 2009 aberkannt wird, falls er doch zu dem Netzwerk seines Sohnes gehörte. Ein entsprechendes Verfahren laufe.

Der Mann war laut Sportbund fast 20 Jahre in mehreren Funktionen im Thüringer Sport aktiv. Derzeit ist er in Übergabehaft in Österreich. Die Münchner Staatsanwaltschaft kündigte ein Auslieferungsersuchen an und will den Mann im Zuge der Doping-Ermittlungen vernehmen.

Der Sportbund versucht nach eigenen Angaben derzeit heraus zu bekommen, welche Sportfachverbände möglicherweise von den aktuellen Vorgängen betroffen sind und welche Athleten in der Praxis von S. sportmedizinisch untersucht wurden. Für den 6. März sei eine nicht öffentliche Gesprächsrunde mit dem Thüringer Schwimmverband, Athleten und deren Eltern geplant.

Landessportbund Thüringen