Frankfurt/Main (dpa) - Dank eines satten Gewinns im Vorjahr und eines konsequenten Sparkurses wird der Deutsche Fußball-Bund die Corona-Krise ohne Existenznöte überstehen.

"Der DFB wird mit blauen Flecken, aber gesund aus diesem Jahr herausgehen", verkündete Schatzmeister Stephan Osnabrügge bei der Vorstellung der Bilanz 2019.

Für 2020 erwartet der größte Sportfachverband der Welt momentan ein Minus von etwa 16 Millionen Euro. Selbst wenn der im September geplante Neustart der Nationalmannschaft und die Durchführung des DFB-Pokals 2020/21 durch eine mögliche zweite Welle der Coronavirus-Pandemie verhindert werden sollten und die Verluste dadurch deutlich höher ausfallen würden, wäre "die Liquidität des DFB uneingeschränkt gegeben", betonte Osnabrügge.

Im Vorjahr erzielte der DFB einen Gewinn von 19,5 Millionen Euro nach Steuern. Einnahmen in Höhe von 405,2 Millionen Euro standen Ausgaben von 385,7 Millionen Euro gegenüber. "Das ergibt ein extrem erfreuliches Ergebnis, obwohl 2019 kein Event-Jahr war", sagte Osnabrügge.

Dank der positiven Bilanz wuchs das Eigenkapital auf 169,6 Millionen Euro an. Die Eigenkapitalquote beträgt 45 Prozent. Die Überschüsse flossen komplett in die Rücklagen des Verbandes und belaufen sich nun auf 139 Millionen Euro. Von diesem Geld werden auch die Kredite und weitere Ausgaben für den Bau der DFB-Akademie bedient, die im Herbst 2021 planmäßig eröffnet werden soll.

Auch die Talentförderung und die Unterstützung der 21 Landesverbände, die 2019 insgesamt 19 Millionen Euro vom DFB erhielten, sollen konsequent fortgeführt werden. "Es sind keine Einschränkungen wegen Corona geplant", sagte Osnabrügge. Weil die Auswirkungen der Pandemie bis zum Jahresende derzeit aber nicht abschließend eingeschätzt werden können, sei jedoch "extreme Sparsamkeit das Gebot der Stunde".

Sollte der geplante Spielbetrieb der DFB-Auswahl und im Pokal doch noch lahmgelegt werden, wäre dies für Osnabrügge "der Super-Gau. Dann wären wir zwar nicht insolvent, müssten aber alle Rücklagen aufbrauchen. Der Risikospeicher wäre leer."

Nach dem Sponsoring, das im Vorjahr knapp 126 Millionen Euro in die Verbandskasse spülte, ist der Pokal mit Einnahmen von knapp 96,5 Millionen Euro weiter die größte Einnahmequelle. Die dritte wichtige Säule ist der Spielbetrieb der Nationalmannschaft, durch den 2019 ein Erlös von 69,5 Millionen Euro erzielt wurde.

2020 werden die Zahlen deutlich zurückgehen - was sich unter anderem schon auf den laufenden Pokal-Wettbewerb auswirkt. "Wenn wir weniger reinholen, können wir auch nur weniger ausschütten", sagte Osnabrügge. Von den vor der Saison festgelegten Summen müsse man daher "zwingend abweichen".

Neben der Bilanz machte der DFB am Freitag auch die Zahlungen an Präsident Fritz Keller sowie vier weitere Spitzenfunktionäre öffentlich. Keller erhält für seine Tätigkeit an der Verbandsspitze pro Jahr 246.000 Euro. Schatzmeister Osnabrügge wird für seine Arbeit mit jährlich 166.800 Euro entlohnt. Der für die Amateurbelange zuständige 1. Vizepräsident Rainer Koch erhält 144.000 Euro. Sein Pendant für den Profibereich, Peter Peters, bekommt 78.000 Euro. Christian Seifert, der als DFL-Chef dem Präsidialausschuss des DFB angehört, verdient 63.600 Euro im Jahr.

Nach dem Rücktritt von Ex-Präsident Reinhard Grindel hatte der DFB eine neue Vorgehensweise bei der Festsetzung der Entgelder für seine Führungskräfte beschlossen. Zuvor hatte es auch unter DFB-Chef Wolfgang Niersbach immer wieder Diskussionen um die Definition des Ehrenamtes gegeben.

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