New York (dpa) - Der ehemalige Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors hat nach eigener Aussage russischen Fußballern im Auftrag der Regierung bei der Vertuschung von Doping geholfen.

Grigori Rodschenkow, der mittlerweile in den USA lebt und Kronzeuge für die russischen Dopingpraktiken ist, teilte der Nachrichtenagentur Associated Press auf Anfrage über einen Anwalt mit, er habe die Anweisungen vom damaligen Sportminister und heutigen stellvertretenden Ministerpräsidenten Witali Mutko erhalten.

Rund vier Monate vor Beginn der Weltmeisterschaft in Russland geraten mögliche Doping-Praktiken beim Fußball in dem Land verstärkt in den Fokus. Laut Rodschenkow waren russische Fußballer "immun gegen Doping-Kontroll-Aktionen oder Sanktionen". Mutko habe ihm aufgetragen, "jeglichen Skandal durch das Verbergen positiver Resultate zu vermeiden". Man werde das Thema Doping intern regeln.

Mutko hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, das Amt als russischer Fußballpräsident für ein halbes Jahr niederzulegen. Als Cheforganisator der WM trat er zurück.