Bergen-Belsen/Berlin (dpa) - Beim Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen vor 75 Jahren hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ein konsequentes Vorgehen gegen Antisemitismus, Rassismus und Unterdrückung gefordert.

"Bergen-Belsen ist und bleibt eine offene Wunde unserer Geschichte", sagte Weil am Sonntag. "Wir gedenken in tiefer Trauer und in tiefer Scham der Opfer."

In Berlin wurde parallel dazu mit einem Gottesdienst an die Befreiung der KZ Sachsenhausen und Ravensbrück gleichfalls im April 1945 erinnert. Wegen der Corona-Epidemie mussten die geplanten größeren Gedenkveranstaltungen verschoben worden. Sie sollen nächstes Jahr nachgeholt werden.

Das KZ Bergen-Belsen am Rande der Lüneburger Heide war am 15. April 1945 von britischen Soldaten befreit worden. In dem Lager wurden etwa 10.000 Tote gefunden. Die Schreckensbilder gingen um die Welt. Zu den Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen, die dort ums Leben kamen, gehört die 15-jährige Anne Frank, die durch ihre Tagebücher später weltbekannt wurde.

Im KZ Sachsenhausen befreiten sowjetische und polnische Soldaten am 22. April 1945 rund 3000 Häftlinge. Zuvor wurden von der SS mehr als 30.000 Gefangene auf einen Todesmarsch getrieben, mehr als tausend kamen ums Leben. Im KZ Ravensbrück wurden am 30. April 1945 etwa 2000 Häftlinge von der Roten Armee befreit. Zuvor hatte die SS von dort mehr als 20.000 Häftlinge auf einen Todesmarsch geschickt.

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Gedenkkirche Maria Regina Martyrum

Videobotschaften unter anderem von Augenzeugen aus Sachsenhausen

Videobotschaften unter anderem von Augenzeugen aus Ravensbrück

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