Magdeburg l Die Volksstimme fragt Betroffene, wie sich die Corona-Krise auf ihre Arbeit auswirkt. Das Gespräch führte Massimo Rogacki.

Volksstimme: Wie geht es Ihnen?

Thomas Henschel: Sagen wir mal so: Es könnte besser sein.

Von den ersten Lockerungen spüren Sie als Taxifahrer noch nichts?

Doch, das schon. Seitdem die Geschäfte wieder geöffnet sind, haben wir zumindest tagsüber wieder mehr Fahrgäste. Man merkt auch, dass die Fahrten von und zu den Krankenhäusern wieder mehr werden. Wir sind trotzdem weit davon entfernt, zur Normalität zurückzufinden.

Wo sind die Ausfälle besonders spürbar?

Ganz klar, im Nachtgeschäft. Wenn wir da noch auf zehn Prozent der normalen Fahrten kommen, ist das schon gut. Diskotheken oder Bars haben zu. Da gibt es momentan keinen Bedarf. Wenn die Gastronomie langsam wieder anläuft oder Hotels öffnen würden, wäre das schon gut. Es fehlen aber auch Jugendweihen, Feiern, die ganzen Events. Von den Lockerungen sollten wir besser noch nicht zu viel erwarten.

Sie denken aber schon, dass die harten Maßnahmen notwendig waren?

Ja, das ist schon richtig gewesen. Ich glaube nur, dass es noch eine ganze Zeit dauern wird, bis Normalität einkehrt. Und ein Unternehmer muss natürlich Umsatz machen, um zu überleben.

Wie ist die Stimmung im Kollegenkreis?

Na, das können Sie sich ja vorstellen. Es gibt viele, die in Kurzarbeit sind. Taxen wurden zeitweise stillgelegt. Viele müssen – wenn vorhanden – ans Ersparte ran.

Macht der Job noch Spaß oder erübrigt sich diese Frage?

Nein, es ist ganz klar, dass man Freude am Beruf haben muss. Auch wenn die Zeiten schwerer geworden sind. Die Fahrgäste, die da sind, sollen den bestmöglichen Service bekommen. Es hilft ja nichts, die Situation muss man meistern.