Orlando (dpa) - Als Reaktion auf einen weiteren Vorfall zwischen Polizisten und einem Afroamerikaner hat das NBA-Team der Toronto Raptors einen Boykott der ersten Playoff-Partie gegen die Boston Celtics diskutiert.

Das berichteten die beiden Spieler Fred VanVleet und Norman Powell in einer Video-Pressekonferenz. "Wir wussten, dass es nichts stoppen würde, ob wir hierher kommen oder nicht. Aber ich denke, wenn wir letzten Endes spielen oder nicht spielen, dann setzt das jemanden unter Druck", sagte VanVleet. Spiel eins in der zweiten Runde gegen die Celtics um Nationalspieler Daniel Theis ist für den folgenden Tag geplant.

Ihm sei bewusst, dass es nicht so einfach sei. Aber nach vielem Reden in Orlando sei es irgendwann notwendig, auch tatsächlich etwas zu riskieren - und nicht nur Geld, sagte VanVleet. Über die weiteren Überlegungen der Raptors, dem Titelverteidiger der NBA, wollte er keine Auskunft geben.

Der 29 Jahre alte Familienvater Jacob Blake war am 23. August im US-Bundesstaat Wisconsin durch Schüsse der Polizei in seinen Rücken schwer verletzt worden. Auf einem Video ist zu sehen, wie Blake zu seinem Auto geht, gefolgt von zwei Polizisten mit gezogenen Waffen. Eine der Waffen ist auf seinen Rücken gerichtet. Als Blake die Fahrertür öffnet und sich ins Auto beugt, fallen Schüsse. Nach Angaben des Anwalts der Familie, Ben Crump, saßen in dem Auto Blakes Kinder im Alter von drei, fünf und acht Jahren. Nach Angaben von Blakes Vater und des Anwalts ist er infolge der Schüsse von der Hüfte abwärts gelähmt.

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