Raue Stellen und Schwielen können Anzeichen von Hautkrebs sein

20.06.2013, 11:17
Lieber einmal mehr drauf schauen lassen. Mit Hautkrebs ist nicht zu spaßen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand
Lieber einmal mehr drauf schauen lassen. Mit Hautkrebs ist nicht zu spaßen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand dpa

Berlin - Oft sind es nur kleine Veränderungen der Haut - eine unauffällige Anomalie wie Schwielen und Verhärtungen. Doch daraus kann sich Hautkrebs entwickeln. Experten raten daher, die Haut nach auffälligen Stellen abzusuchen und notfalls zum Arzt zu gehen.

Raue, schuppige Stellen, Verhärtungen oder Schwielen auf der Haut können Anzeichen von zu viel UV-Strahlung sein. Aus dieser sogenannten Aktinischen Keratose entwickele sich in zehn Prozent der Fälle ein Heller Hautkrebs, warnte die Europäische Hautkrebsstiftung (ESCF) am Donnerstag (20. Juni) in Berlin zum Auftakt einer bundesweiten
Aufklärungskampagne. Bei mehr als 200 000 Menschen in Deutschland werde die Krebsart pro Jahr neu diagnostiziert. Vor allem an den besonders sonnenexponierten Stellen wie Stirn, Nase, Ohren oder Dekolleté zeigen sich die verdächtigen Hautveränderungen.


Damit es nicht erst so weit kommt, empfiehlt die Stiftung gründlichen Sonnenschutz vom Kindesalter an. Dazu gehört, die Sonne vor allem während der Mittagszeit zu meiden und die Haut mit langärmeligen Oberteilen, langen Röcken oder Hosen sowie einer Kopfbedeckung zu schützen. Vor dem Gang in die Sonne sollte reichlich Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor aufgetragen werden und regelmäßig nachgecremt werden.

Sinnvoll sei auch, einmal im Monat die eigene Haut nach auffälligen Stellen abzusuchen. Schon kleinste Veränderungen sollten Betroffene ihrem Hautarzt zeigen. Je früher Hautkrebs erkannt werde, desto besser seien die Heilungsaussichten. Die Stiftung weist außerdem darauf hin, dass gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein kostenloses Hautscreening haben.


Nur jeder Dritte über 35 Jahren geht zum Test
Bei den Menschen in Deutschland steigt die Angst vor Hautkrebs. Nur ein Teil von ihnen nutzt jedoch die Früherkennung, wie eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft ergab. Im April 2013 wurden dazu 1000 gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren befragt. Rund die Hälfte der Befragten gab an, in Bezug auf die Erkrankung persönlich besorgt zu sein. Das sei ein Anstieg um sechs Prozent im Vergleich zu 2011, teilte der Berufsverband der Deutschen Dermatologen mit. 90 Prozent der Befragten halten Vorsorgeuntersuchungen demnach für wichtig.

Der Umfrage zufolge hat aber nur rund ein Drittel der Über-35-Jährigen eine Untersuchung zur Hautkrebsvorsorge in Anspruch genommen - obwohl das Hautkrebsscreening ab diesem Lebensalter zu den kostenlosen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung gehöre.