Schermen l Die Vorsitzende der Bürgergemeinschaft, Eveline Lüderitz, war gerührt von so viel Resonanz auf den Geburtstag ihres Vereins. Dass sie in der Kirche den Hut aufbehielt, war dabei auch ein symbolischer Akt, wie sie den Gästen zur Festveranstaltung mitteilte.

Ein harter Kern blieb

Mit ruhiger, leiser Stimme berichtete sie von den Anfängen der Bürgergemeinschaft, deren Gründung auf eine Bürgerinitiative zurückgeht. Aus dem Willen zu neuen Straßen im Ort, wurde der Wille die Kultur, die Jugend, die Natur und den Sport zu pflegen und zu fördern. Dafür trafen sich am 4. Mai 1999, so berichtet Giesbert Schmidt, stellvertretend für den Ortsbürgermeister, rund 100 Einwohner aus Schermen im Gasthof „Zur grünen Tanne“. „Ich kann mich noch gut erinnern. Die Tanne war voll. Viele Arbeitsgruppen würden gegründet, die alle etwas bewegen wollten“, erzählt er. Heute ist von den vielen Gruppen ein harter Kern geblieben, der sich der Aufgabe eines Vereins mit seiner Verwaltungs- und Kulturarbeit stellt.

„Zur Vereinstätigkeit gehört eben viel dazu. Vor allem aber aktive Mitglieder“, weiß auch Schmidt. Der konnte, wie auch Eveline Lüderitz, nur immer wieder von dem berichten, was die Bürgergemeinschaft in den letzten 20 Jahren angestoßen und zu Traditionen hat werden lassen.

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Ohne Engagement kein Kulturleben

„Hinter allem stehen die Mitglieder, die das in ihrer Freizeit und mit ihrem Engagement machen“, meinte Schmidt gegenüber den Gästen in der Schermener Kirche. Doch Schmidt hatte auch mahnende Worte. „Wir brauche jedes Mitglied, um die Bürgergemeinschaft weiter bestehen lassen zu können.“

Vor allem die Feste und Veranstaltungen im Ort sind von der Bürgergemeinschaft allein nicht mehr zu stemmen. Das Maulbeerbaumfest, einst von der Bürgergemeinschaft 1999 ins Leben gerufen, ist heute ein Fest der Vereine im Ort. Gleiches gilt für den im vergangenen Jahr wiederbelebten Weihnachtsmarkt, für den der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr über seinen Vorsitzenden Marian Hohensee bereits Unterstützung zugesagt hat. Damit erfüllte er Lüderitz einen Wunsch und überbrachte so auch gleich ein Geburtstagsgeschenk der besonderen Art.

Lüderitz nahm dies gern an, verwies darauf, dass sie stolz auf die Mitglieder und deren Familien ist, die die Tradition und die Werte des Vereins aktiv weiter leben und am Leben erhalten.

Eine feste Institution

Was 1999 mit dem ersten Maulbeerbaumfest begann entwickelte sich in den letzten 20 Jahren zu einer festen Institution, die Lesungen veranstaltete, Drachenfeste organisierte und seit Neuestem auch mit den Kinder Fasching feiert. Die Bürgergemeinschaft ist damit eine feste Säule für ein stetiges Kulturleben im Ort. Aber nicht nur da. Auch die Geschichte ist dem Verein wichtig.

Deshalb richteten Dorothea Kose und Siegfried Hahn die Heimatstube in der sanierten alten Schule ein. Allein dazu gab es einen eigenen Programmpunkt auf der Festveranstaltung, in dem Kose als Gründungsmitglied der Bürgergemeinschaft die Arbeiten und den Aufbau der 2005 eröffneten Heimatstube, als Herzstück des Vereins präsentierte.

Familienfest am Nachmittag

„Wir sind stolz auf unsere Heimatstube und würden uns freuen, wenn sich viel mehr für die Geschichte des Ortes interessieren“, erklärte Kose. Reges Interesse fand das tolle Familienfest auf dem Festplatz am Nachmittag. Auch die Heimatstube konnte besichtigt werden und Interessierte konnten Kontakte zum Verein knüpfen.