Magdeburg l Mit dem Rotehornpark verfügt Magdeburg über einen herausragenden Landschaftspark. Weite Flächen in ihm sind den Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Dass manche Autofahrer sich hier nicht an das Parkverbot an den ohnehin in weiten Teilen Anliegern vorbehaltenen Straßen des Parks halten und zum Teil mit Geschwindigkeiten oberhalb des für ein Kultur-, Natur- und Landschaftsdenkmal angemessenen Maßes unterwegs sind, stößt bei vielen Nutzern des Parks bitter auf.

Aus diesem Grunde ist der Park immer einmal wieder Thema für die Stadtpolitik. Zuletzt war dies der Fall auf einer Sitzung im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr.

Baustelle sorgt für Ruhe auf Zeit

Dort hatte Grünen-Fraktionsvorsitzende Madeleine Linke wissen wollen, warum in weiten Teilen auf den Straßen keine niedrige Geschwindigkeit vorgegeben ist. Mit einer Anfrage hatte sie bereits Informationen zur Situation ums Falschparken in dem Park erbeten, dessen Wert unter anderem mit dem Status eines Punktes des sachsen-anhaltischen Netzwerks „Gartenträume“ dokumentiert ist.

„Am Winterhafen haben wir ja jetzt mit der Baustelle eine wirkungsvolle Variante, den gesamten Verkehr auszubremsen.“ Doch dies solle sicher kein Dauerzustand werden – auch wenn ihr Fraktionskollege, Ausschussvorsitzender und Future-Stadtrat Stage scherzte: „Vielleicht brauchen wir ja noch mehr Baustellen.“

Blumenkübel reichen nicht für ein Schild

Der Chef des Magdeburger Tiefbauamts, Thorsten Gebhardt, erwiderte: „Wenn wir etwas erreichen möchten, reicht ein Schild nicht.“ Dass es sich um eine Strecke fürs Langsamfahren handelt, müsse auch durch bauliche Elemente für die Kraftfahrer erkennbar sein. Zumal es sich bei der Straße Am Winterhafen um eine Erschließung für Einrichtungen in der Straße selbst und im Seiler Weg handelt.

Wie es denn mit Blumenkübeln, wollte dazu Madeleine Linke wissen. Thorsten Gebhardt: „Die haben wir ja schon an anderer Stelle in Magdeburg ausprobiert.“ Das hat aber wohl nicht wirklich funktioniert. Für eine Tempo-30-Strecke müssten bestimmte „Aufenthaltsfunktionen“ eingebaut werden – und dazu reicht ein Blumenkübel offenbar nicht aus. Immerhin: Einen Aha-Effekt bedeutet diese Erkenntnis auch für die Stadträte, die eine Verkehrsberuhigung für den Stadtpark voranbringen möchten, denn jetzt wäre der Ansatzpunkt klar, mit dem Tempo 30 die Grundlage für den Verkehr im Stadtpark werden könnte.

Historischer Park

Der Rotehornpark wurde ab 1870 bis in die 1920er Jahre gestaltet. Nach der Zerstörung der Stadthalle im Zweiten Weltkrieg erfolgte deren Wiederaufbau und der Bau der Hyparschale zu DDR-Zeiten sowie der Wiederaufbau der Sternbrücke und der Neubau der Brücke am Wasserfall nach der Wende 1990. Nördlich der früheren Eisenbahnstrecke wurde auch das MDR-Landesfunkhaus mit Blick auf die Elbe errichtet.