Elbe-Havel-Land l Und doch ist im sechsten Jahr nach der Katastrophe schon viel geschafft. Das geht aus dem Statusbericht hervor, den Peter Hackel als Büroleiter des IGEA-Planungsbüros dem Bauausschuss des Verbandsgemeinderates vorstellte. Das im Schönhauser Rathaus ansässige Büro unterstützt seit 2016 die Verbandsgemeinde bei der Abarbeitung der 90 Millionen Euro Flutschäden.

War es anfänglich das Ziel, pro Jahr 20 Millionen Euro umzusetzen und somit 2020 fertig zu sein, wird es wohl ein, zwei Jahre Jahr länger dauern, bis auch der letzte Wirtschaftsweg erneuert ist. Vor allem im Außenbereich liegen viele der bewilligten Maßnahmen noch auf Eis. Vordergründig war, die Schäden in den sechs Gemeindendirekt an aktiv genutzten Gebäuden zu beseitigen sowie wichtige Straßen und Brücken herzurichten. Und das ist auch geschafft. Nur wenige innerörtliche Vorhaben warten noch auf Umsetzung.

Von den insgesamt 400 von der IGEA-Schönhausen zu steuernden Projekten bzw. Einzelmaßnahmen im Verbandsgemeindegebiet Elbe-Havel-Land sind 206 umgesetzt beziehungsweise sie befinden sich in Bau - darunter auch mit 2,7 Millionen Euro die Schönhauser Turnhalle als größtes Flut-Projekt. Gut die Hälfte des Mammut-Vorhabens ist somit umgesetzt. Insgesamt sind 53 Millionen Euro verbaut worden - das sind 61 Prozent der ursprünglichen Gesamtzuwendungssumme.

Ob die am Ende reicht, wird sich zeigen. Denn zwar sind auch ein paar bewilligte Mittel zurückgegeben worden, wenn sie bei bestimmten Maßnahmen wie beispielsweise der Verbindungsstraße Schönhausen – Damm nicht voll ausgeschöpft zu werden brauchten, aber gerade seit dem vergangenen Jahr explodieren die Baukosten.

Kosten

Ein Beispiel, das Bauamtsleiter Ulf Wabbel anführte: Für die jetzt anstehende Erneuerung der Oberfläche der Straße von Hohengöhren zum Hohengöhrener Damm waren 1,1 Millionen Euro veranschlagt und auch bewilligt worden – das Ausschreibungsergebnis ergab nun aber 1,4 Millionen Euro. Und dafür muss der Fördermittelgeber erst einmal seine Zustimmung geben. „Bisher hat das auch geklappt, weil wir es entsprechend begründen konnten“, ist er erleichtert, dass alle Baumaßnahmen mit Kostensteigerung dennoch umgesetzt werden konnten. Ulf Wabbel hofft, dass es auch so bleibt. Denn bei den noch anstehenden Projekten sei nicht davon auszugehen, dass sie billiger als geplant werden.

Generell sei es schwierig, überhaupt Firmen zu finden, berichtete Peter Hackel. Gerade die ostelbischen Unternehmen sind an die Kapazitätsgrenzen gelangt, teilweise gibt es bei Ausschreibungen gar keine Angebote. Das führt dann auch zu Verzögerungen. Und selbst wenn der Zuschlag erteilt worden ist, können die Firmen die gesetzten Zeiten nicht einhalten, weil sie völlig ausgelastet sind.

In seinem Statusbericht ist Peter Hackel auch auf die Kommunen eingegangen. In Kamern ist mit 81 Prozent am meisten geschafft. Immerhin 81 Maßnahmen sind zu bewältigen.

Einzelmaßnahmen

Und auch in Schollene, wo es die wenigsten Schäden gegeben hat, sind schon 65 Prozent behoben. Hier gibt es 14 Einzelmaßnahmen.

In Wust-Fischbeck hat sich schon viel getan – 61 Prozent sind umgesetzt. Die 87 Einzelmaßnahmen im Innen- und Außenbereich machen 21,7 Prozent am Gesamtschaden im Elbe-Havel-Land aus. Noch höher, fast 29 Prozent, liegt es in Schönhausen. Hier sind 53 Prozent abgearbeitet.

In Klietz sind 63 Maßnahmen aufgelistet, von denen hinter 44 Prozent ein Haken gemacht werden konnte.

Die Stadt Sandau hinkt mit 29 Prozent der behobenen Schäden etwas hinterher. Das liegt aber daran, dass sich die meisten Bauprojekte im Außenbereich befinden. Da hier umfangreiche Deichbauarbeiten getätigt werden, will man erst nach deren Abschluss die Wege, Brücken und Durchlässe herrichten.