Altenberg (dpa) - Nach dem sechsten Titelgewinn in Folge formulierte Francesco Friedrich als neuer Rekord-Weltmeister im Zweierbob gleich neue Ziele.

"Jetzt schaue ich zu den Olympischen Spielen in Richtung Peking", sagte der 29 Jahre alte Lokalmatador nach seiner vierten Fahrt bei der Bob- und Skeleton-WM im sächsischen Altenberg. In China will er in zwei Jahren den Doppelerfolg von Pyeongchang 2018 wiederholen.

Friedrich trotzte dem strömenden Regen und den starken Windböen und legte wie am Vortag in den beiden Läufen jeweils die Bestzeit hin, so dass er einen deutlichen Abstand von 1,65 Sekunden auf den Zweiten Johannes Lochner aus Stuttgart verzeichnete. Dritter wurde der Lette Oskars Kibermanis vor Friedrichs Vereinskameraden Nico Walther, der vor dem letzten Lauf noch auf dem zweiten Rang gelegen hatte.

"Seit Olympia haben wir hier alles getan, um diesen Moment möglich zu machen", sagte Friedrich, der am Samstag in 54,00 Sekunden den Bahnrekord um eine knappe halbe Sekunde unterboten hatte, "jetzt kommt im nächsten Jahr mit Lake Placid noch eine schwierige WM-Bahn vor Olympia und da geben wir genauso wieder alles." Während die Fahrten zum Rekordtitel bis ins Letzte vorbereitet waren, wusste Friedrich noch nicht, wo er den großen Moment feierlich begehen werde: "Irgendwo werden wir schon enden."

Allzu lange werden die Feierlichkeiten nicht gehen, da Friedrich am kommenden Wochenende zum dritten Mal in Folge den Titel im Viererbob gewinnen möchte. Mit dem dann neunten WM-Sieg im Zweier- und Viererbob würde Friedrich mit dem Italiener Eugenio Monti gleichziehen, der bis 1966 von Erfolg zu Erfolg gefahren war.

Ein Happy End feierte auch Lochner. Der 29 Jahre alte Viererbob-Weltmeister von 2017 - damals zeitgleich mit Friedrich - war in dieser Saison bereits aus dem Weltcup-Kader gestrichen worden und kehrte Ende Januar mit einem Weltcupsieg in St. Moritz zurück, bevor er das Comeback nun versilberte. "Ich werde ein paar Wochen brauchen, bis ich das verarbeitet habe", sagte Lochner. An eine bessere Platzierung hatte er nie gedacht: "Francesco fährt in einer anderen Liga."

Bei den Frauen hatte bereits am Samstag die vor der WM von Bundestrainer René Spies als "Küken" bezeichnete Kim Kalicki die Konkurrenz überrascht. "Die letzte Fahrt war nicht ganz so optimal, so dass wir froh sind, dass wir dort angekommen sind, wo wir vor dem vierten Rennen standen", sagte die 22 Jahre alte Wiesbadenerin zu ihrem zweiten Platz hinter der für die USA startenden Kanadierin Kaillie Humphries.

Dagegen verpassten die arrivierten Fahrerinnen Mariama Jamanka und Stephanie Schneider die Medaillenplätze. Olympiasiegerin Jamanka vom BRC Thüringen wurde hinter der Kanadierin Christin de Bruin Vierte, Gesamtweltcup-Siegerin Schneider belegte den fünften Platz.

Bob-WM Altenberg

Webseite des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland