Ludwigshafen (dpa) - Die Corona-Krise und weitere Belastungen machen dem Chemiekonzern BASF zu schaffen.

Wegen eines Nachfragerückgangs aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie und des Wettbewerbsdrucks bei Basischemikalien müsse das Unternehmen Milliarden abschreiben, teilte das Unternehmen mit. Konkret habe sich ein Wertminderungsbedarf von 2,8 Milliarden Euro ergeben.

Für das dritte Quartal rechnete das Ludwigshafener Unternehmen daher voraussichtlich mit einem Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 2,6 Milliarden Euro. Den negativen Effekt herausgerechnet dürfte aber ein operativer Gewinn von 581 Millionen Euro (Drittes Quartal 2019: 1,056 Mrd Euro) erzielt worden sein, und damit mehr als Analysten im Durchschnitt erwartet hatten.

Auf den Rest des Jahres blickt der Dax-Konzern derweil recht zuversichtlich. Das Ebit vor Sondereinflüssen dürfte sich im Schlussquartal im Vergleich zum dritten Jahresviertel verbessern. Daher traut sich BASF nun auch wieder einen Jahresausblick zu. Der Umsatz dürfte wegen der Folgen der Corona-Pandemie auf 57 bis 58 Milliarden Euro fallen, nach 59,3 Milliarden im Vorjahr. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen dürfte sich auf 3 bis 3,3 Milliarden Euro belaufen. Hier waren es 2019 noch 4,6 Milliarden gewesen. Dabei sollen Sparmaßnahmen den anhaltenden Margendruck insbesondere bei Basischemikalien ausgleichen.

Bereits seit einigen Monaten bereitet das Coronavirus dem Konzern Sorgen. Im zweiten Quartal brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund 77 Prozent auf 226 Millionen Euro ein. Neben der Corona-Krise war vor allem eine schwache Nachfrage der Autoindustrie Grund für die Entwicklung.

Im dritten Quartal enttäuschten unter anderem die Segmente Chemikalien sowie Materialien infolge eines anhaltend hohen Margendrucks. Auch die Bereiche Ernährung und Pflege, landwirtschaftliche Lösungen sowie industrielle Lösungen verzeichneten BASF zufolge Ergebnisrückgänge gegenüber dem Vorjahresquartal.

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