Berlin (dpa) - IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat Industriekonzernen vorgeworfen, die Corona-Krise als Vorwand für massiven Stellenabbau zu nehmen.

"Eine Reihe Arbeitgeber nutzt die Krise, um in Deutschland zum Kahlschlag anzusetzen und Arbeit in Billiglohnländer zu verlagern", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Wenn manche Betriebe gleichzeitig Liquiditätshilfen oder andere steuerfinanzierte Stützungen in Anspruch nehmen, ist dies skandalös."

Je länger der Krisenverlauf, umso mehr entwickele sich Druck auf Beschäftigung, so Hofmann. "Diesen Unternehmen muss aber klar sein: Sie gefährden ihre eigene Zukunftsfähigkeit." Die Unternehmen stünden mit Dekarbonisierung und Digitalisierung vor großen Aufgaben. Dafür brauchten sie Investitionen in Forschung und Entwicklung, vor allem aber auch in gut ausgebildete Fachkräfte.

© dpa-infocom, dpa:200921-99-642655/2