Kalbe l Die Tourist-Information in Kalbe hat ein neues Gesicht. Mit Beginn des Jahres 2021 ist Jessica Baldauf die neue Mitarbeiterin in der Kalbenser Stadtverwaltung und für die Bereiche Tourismus und Wirtschaftsförderung zuständig. Die 31-Jährige ist eine Frau vom Fach, sammelte sowohl Erfahrungen im Hotelwesen als auch in der Tourist-Info.

In Bühne aufgewachsen begann sie nach dem Abitur eine Ausbildung zur Hotelfachfrau in Celle. Dieser schloss sie das Studium Internationales Tourismusmanagement an der Fachhochschule Westküste in Heide (Holstein) in Schleswig-Holstein an. In dieser Region blieb sie im Anschluss auch, war dort in verschiedenen Hotelbereichen tätig und schließlich in der Tourismus-Zentrale in Sankt Peter-Ording.

Klares Votum auch von Stadträten

Und nun ist Baldauf mit ihrer Familie zurückgekehrt in die Heimat. Ihr Mann, Andreas Baldauf, stammt aus Faulenhorst, und kommt als geprüfter Küchenmeister ebenfalls aus dem Fach. Die Überlegung, in die Altmark zurückzuziehen, war seit Längerem dagewesen. Mit zwei Kindern und Großeltern, die weit weg wohnen, hat „Corona das beschleunigt“. Seit August ist die Familie wieder in der Region. Zunächst arbeitete Baldauf in der Tourist-Information der Hansestadt Salzwedel, gab aber auch eine Initiativbewerbung in Kalbe ab, als publik wurde, dass die Einheitsgemeinde Mitarbeiter für Tourismus und Wirtschaftsförderung sucht. Und sie bekam den Zuschlag.

Ein klares Votum erhielt sie dabei auch von jenen Vertretern des Stadtrates, die beim Bewerbungsgespräch anwesend waren. Dies ist zwar sonst bei der Personalbesetzung der Stadtverwaltung nicht üblich, da sich die Stadt diese Stelle aber fakultativ auf die Fahnen geschrieben hat, so Einheitsgemeinde-Bürgermeister Karsten Ruth, erfolgte dieses Prozedere.

Recherche nach Förderungen

Insbesondere waren es auch Stadträte, die zuvor angesprochen hatten, dass die Stadt verstärkt danach schauen sollte, welche Fördermöglichkeiten für anstehende Maßnahmen zur Verfügung stehen. Auch diese Aufgabe wird die 31- Jährige nun übernehmen. Eine „spannende Aufgabe, die noch neu für mich ist“, so Baldauf. Sie ist sich aber sicher, dies mit Starthilfe zu meistern.

Wie Ruth mit Verweis auf das Integrierte Gemeindeentwicklungskonzept (IGEK) äußert, brauche die Stadt diese Stelle, um von möglichen Fördermitteln profitieren zu können. Die Recherche dazu ist oft umfangreich. Es muss geschaut werden, welche Förderung für welche Maßnahme sinnvoll ist. Aufwand und Nutzen müssen stimmen. Einfach nebenbei könne dies in der Verwaltung nicht geleistet werden. Jessica Baldauf ist daher in der Woche 20 Stunden im Tourismussektor tätig und zehn Arbeitsstunden als Förderscout.

Weniger Öffnungszeit in Tourist-Info

Um dies zu realisieren, werden demnächst die Öffnungszeiten der Tourist-Info angepasst, so Ruth. Es wird weniger Sprechzeit geben, diese solle aber praxisnah erfolgen. So werde mit den Hotelbetreibern und der Median-Klinik abgestimmt, wann die Öffnung sinnvoll sei. Zudem seien die Hotels mit Info-Material gut bestückt. Eine eingehende Beratung für Besucher sei darüber hinaus in der Tourist-Info möglich, berichtet Anne Haase, die seit 2017 den Bereich verantwortet hat und Baldauf nun einarbeitet. Haase war 2020 ins Ordnungsamt, gewechselt und nutzt dort die Möglichkeit, sich zur Verwaltungsfachwirtin weiterzu bilden. „Eine Chance, für die ich dankbar bin. Für die gute Zusammenarbeit mit den Vereinen und den Hotels möchte ich mich bedanken“, sagt sie. „Stadträte und Vereine waren mit dem Status quo der Zusammenarbeit zufrieden“, betont Ruth. Während der zurückliegenden Monate war die Tourist-Info aber corona- und personalbedingt geschlossen gewesen.

Beim nächsten möglichen Treffen der Vereine wird sich Jessica Baldauf den Mitgliedern vorstellen.