Magdeburg l Den 1. FC Magdeburg prägt bis heute kein anderes Datum so wie der 8. Mai 1974. Das FCM-Team von Trainerlegende Heinz Krügel besiegte in Rotterdam den AC Mailand 2:0 – und sicherte sich den Europapokal 1974. Damit schrieben Jürgen Sparwasser, Wolfgang „Paule" Seguin & Co. Fußball-Geschichte: Der FC Magdeburg blieb das einzige Team aus der DDR, das einen Europapokal gewann.

Für den FCM, der aktuell in der Dritten Liga spielt, ist die Erinnerung an die Helden von 1974 Vermächtnis und Herausforderung zugleich. Wolfgang „Paule" Seguin zum Beispiel ist immer noch ehrenamtlich im Verein aktiv, derzeit stellvertretender Vorsitzender des Sportbeirats. Rund um das FCM-Stadion, das inzwischen MDCC-Arena heißt, ist der 2008 verstorbene Meisterstrainer Heinz Krügel allgegenwärtig. Wo der FC Magdeburg Anfang der 1970er seine goldenen Zeiten im Ernst-Grube-Stadion feierte, flanieren seit 2009 Fans des Vereins über den Heinz-Krügel-Platz zum Stadion.

Denkmal für Heinz Krügel

Den Platz ziert seit 2014 – dem 40-jährigen Jubiläum des Europapokal-Sieges – eine Bronzestatue des Trainers, der den 1. FC Magdeburg zwischen 1966 und ’76 zu drei DDR-Meisterschaften und einem Sieg im FDGB-Pokal führte. Statt der notwendigen 25.000 Euro hatten FCM-Fans sogar mehr als 27.000 Euro für das Denkmal gespendet. Viele Fans des Vereins betrübt es bis heute, dass die 2007 eröffnete Arena nicht nach der Trainerlegende Heinz-Krügel-Stadion benannt wurde.

Die FCM-Pokalhelden von 1974

Im Finale des Europapokals der Pokalsieger gewann der FCM als einzige Mannschaft aus der DDR einen internationalen Wettbewerb. Die Spiel gegen den AC Mailand endete mit 2:0.

  • Die Mannschaft des DDR-Fußballpokalsiegers 1. FC Magdeburg, die am 8. Mai 1974 in Rotterdam gegen den AC Mailand um den Europapokal der Pokalsieger spielte.

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  • Im Tor stand der gebürtige Harzer Ulrich Schulze, damals 26 Jahre alt. Foto: dpa

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  • Nach seiner aktiven Karriere war Schulze unter anderem Trainer bei Lok Stendal und Wismut Aue. Inzwischen ist Ulrich Schulze in Rente. Foto: Jens Wolf

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  • Kapitän der Siegermannschaft war Manfred Zapf (rechts). Er spielte insgesamt 15 Jahre für seinen FCM.

    Kapitän der Siegermannschaft war Manfred Zapf (rechts). Er spielte insgesamt 15 Jahre für seinen ...

  • Zapf übernahm 1989 das Traineramt der DDR-Nationalmannschaft und arbeitete später in verschiedenen Positionen beim FCM. Foto: Eroll Popova

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  • In der Abwehr sorgte Detlef Enge für Ordnung. Seine Oberliga-Karriere beendete Enge bereits mit 25 Jahren und lebt heute völlig zurückgezogen. Foto: dpa

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  • Mit 32 Jahren war Wolfgang Abraham beim Europapokalsieg schon ein Routinier. Doch gerade deshalb wichtiger Teil der Mannschaft. Foto: Archiv

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  • Wolfgang Abraham starb im Februar 2013 und wurde von den Fans im Stadion noch einmal gefeiert. Foto: Eroll Popova

    Wolfgang Abraham starb im Februar 2013 und wurde von den Fans im Stadion noch einmal gefeiert. Fo...

  • Wolfgang Seguin erzielt in der 74. Minute das entscheidende 2:0 im Finale gegen den AC Mailand. Foto: imago/ND-Archiv

    Wolfgang Seguin erzielt in der 74. Minute das entscheidende 2:0 im Finale gegen den AC Mailand. F...

  • Heute lebt Wolfgang Seguin in Stendal, ist dem FCM aber weiterhin verbunden. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Heute lebt Wolfgang Seguin in Stendal, ist dem FCM aber weiterhin verbunden. Foto: Bernd-Volker B...

  • Jürgen Pommerenke absolvierte auch 57 Länderspiele für die DDR, unter anderem bei der Weltmeisterschaft 1974. Foto: Archiv

    Jürgen Pommerenke absolvierte auch 57 Länderspiele für die DDR, unter anderem bei der Weltmeister...

  • Bis heute betreibt Pommerenke eine Fußballschule und führt Kinder an den Sport heran. Foto: Marco Heide

    Bis heute betreibt Pommerenke eine Fußballschule und führt Kinder an den Sport heran. Foto: Marco...

  • Von 1969 bis 1974 spielte Helmut Gaube für den FCM - auch im Finale gegen Mailand war er dabei. Foto: dpa

    Von 1969 bis 1974 spielte Helmut Gaube für den FCM - auch im Finale gegen Mailand war er dabei. F...

  • Gaube arbeitete später als Sportlehrer und an der Universität in Magdeburg. Foto: Eroll Popova

    Gaube arbeitete später als Sportlehrer und an der Universität in Magdeburg. Foto: Eroll Popova

  • Von 1970 bis 1982 absolvierte Axel Tyll insgesamt 317 Pflichtspiele für den FCM. Foto: dpa

    Von 1970 bis 1982 absolvierte Axel Tyll insgesamt 317 Pflichtspiele für den FCM. Foto: dpa

  • Axel Tyll arbeite später als Lehrer im Harz. Foto: Eroll Popova

    Axel Tyll arbeite später als Lehrer im Harz. Foto: Eroll Popova

  • Der Zerbster Detlef Raugust war gelernter Stürmer, wurde aber meist in der Abwehr eingesetzt. Heute lebt und arbeitet er in Bayern. Foto: dpa

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  • Spätestens seit der WM 1974 und seinem Tor zum 1:0 gegen den späteren Weltmeister Bundesrepublik Deutschland war Jürgen Sparwasser das Gesicht des 1. FC Magdeburg.

    Spätestens seit der WM 1974 und seinem Tor zum 1:0 gegen den späteren Weltmeister Bundesrepublik ...

  • Jürgen Sparwasser lebt in Bad Vilbel, ist noch als Projektleiter in der Fußballschule von Eintracht Frankfurt tätig. Foto: dpa

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  • Der aus Gommern stammende Martin Hoffmann war mit 19 das

    Der aus Gommern stammende Martin Hoffmann war mit 19 das "Küken" der Magdeburger Endspiel-Elf. Fo...

  • Später arbeitete er als Trainer beim FCM, betreute nach der Wende mehrfach auch das Oberliga-Team der Blau-Weißen. Zuletzt war Martin Hoffmann als Trainer der U 19 des Clubs tätig. Foto: dpa

    Später arbeitete er als Trainer beim FCM, betreute nach der Wende mehrfach auch das Oberliga-Team...

  • Der 1921 in Zwickau-Planitz geborene Heinz Krügel war von 1966 bis 1976 Trainer des DDR-Oberligisten 1. FC Magdeburg.

    Der 1921 in Zwickau-Planitz geborene Heinz Krügel war von 1966 bis 1976 Trainer des DDR-Oberligis...

  • Heinz Krügel verstarb am 27. Oktober 2008 87-jährig in Magdeburg.

    Heinz Krügel verstarb am 27. Oktober 2008 87-jährig in Magdeburg.

Von den Spielern des 1. FC Magdeburg, die Anfang der 1970er im damaligen Ernst-Grube-Stadion für Furore sorgten, ist Jürgen Sparwasser der bekannteste. Der Stürmer entschied das Aufeinandertreffen von DDR und BRD bei der Fußball-WM 1974 für die Ost-Auswahl. Seit 2012 zeigt die FCM-Legende Nachwuchs-Kickern, wie Fußball funktioniert – allerdings nicht beim Verein in der Dritten Liga, sondern beim Talenttraining der Fußballschule von Bundesligist Eintracht Frankfurt. Sparwasser hat zudem eine Fußball-Fibel für Kinder herausgegeben. „Die Idee entstand beim Talenttraining", erläutert der einstige Torjäger.

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Im Finale des Europapokals der Pokalsieger 1974 ging Sparwasser zwar leer, doch damals trafen der Italiener Enrico Lanzi per Eigentor und Mittelfeldmotor Wolfgang Seguin für den FC Magdeburg. Das Team aus dem Ernst-Grube-Stadion war mit einem Durchschnittsalter von 22,3 Jahren nicht nur die jüngste, die jemals einen Europacup gewann. Der FCM stellte neben Celtic Glasgow 1967 auch die einzige Mannschaft, die ausschließlich mit Spielern aus der eigenen Region einen Europapokal gewann. Auf dem Weg zum Triumph schalteten die Magdeburger  NAC Breda aus den Niederlanden, Baník Ostrava aus der CSSR und Beroe Stara Sagora aus Bulgarien aus. Im Halbfinale besiegte der FCM den portugiesischen Pokalsieger Sporting Lissabon mit 2:1 und 1:1.