Magdeburg l Wenn der 1. FC Magdeburg in dieser Saison einen Angstgegner hat, dann ist es der SV Darmstadt. Zu frustrierend waren die Erlebnisse in den direkten Duellen.

Doch der Aufsteiger steht nicht alleine da: Zahlreiche Zweitligisten haben in dieser Saison schlechte Erfahrungen mit Darmstadt gemacht. Niederlagen kassierten unter anderem die Top-Teams Hamburger SV sowie Union Berlin – und eben der FCM. Der Club verlor sogar gleich dreimal gegen die Hessen – mit 1:3 und 0:1 in der Liga, mit 0:1 im DFB-Pokal.

Der FCM drückt dem SV Darmstadt die Daumen

Und trotzdem: Am Sonntag ab 15.30 Uhr werden in Magdeburg die Daumen gedrückt – für den SV Darmstadt. Dann nämlich spielen die Hessen beim FC Ingolstadt, dem ärgsten Rivalen des FCM im Kampf um den Relegationplatz. Sollte Darmstadt mindestens einen Punkt in Ingolstadt holen und der Club zeitgleich bei Union Berlin gewinnen, könnte die Oenning-Truppe auf den Relegationsplatz klettern. Und der FCM-Trainer hält das auch nicht für unrealistisch: „Ingolstadt wird sich ganz sicher nicht über Darmstadt als nächsten Gegner freuen. Gegen diese Mannschaft kann man momentan am wenigsten gewinnen.“

Wer sollte das besser wissen als der FCM-Trainer: Die 0:1-Heimniederlage am 13. April gegen die Hessen tat ihm besonders weh. Es sollte nach dem 2:1 beim Hamburger SV der Auftakt einer Serie werden. Daraus wurde aber bekanntlich nichts. Doch Oenning hat keine große Lust, der durchwachsenen Vergangenheit hinterherzutrauern.

Viel spannender findet er, wie Ingolstadt mit einem neuen, bisher unbekannten Druck umgeht. Schließlich ist der FCI Wochen und Monate einem Rückstand hinterhergejagt, war als Tabellenletzter oder Vorletzter immer in der Situation, viel gewinnen zu können. Jetzt gilt es erstmals, den erreichten Relegationsplatz zu verteidigen – und möglicherweise etwas zu verlieren. „Es kann sein, dass Ingolstadt jetzt komplett durchzieht und die letzten Schritte geht. Ein Unentschieden würde dem Team aber auf die Füße fallen. Deshalb ist der Druck auf das Team schon hoch“, betont Oenning.

Und jene Darmstädter würden sich sicherlich in der Rolle gefallen, am Sonntag auch für Ingolstadt zum Stolperstein zu werden. Die Hessen können ohne Druck aufspielen, belegen mit 43 Punkten den zehnten Tabellenplatz. Der angestrebte Klassenerhalt ist längst gesichert. Drei der vergangenen vier Partien gewann die Mannschaft, sie liegt in der Formtabelle der letzten fünf Spiele auf Platz vier – da aber führt Ingolstadt (siehe Statistiken links).

Darmstadt will mehr Geld für besseren Platz

Auf der Zielgeraden der Saison treibt die Darmstädter aber noch etwas anderes an. Das Team will in der Tabelle unbedingt noch klettern, der siebte Rang ist nur drei Zähler entfernt – und wäre bares Geld wert. In der 1. und 2. Liga wird das Fernsehgeld nämlich entsprechend der Tabellenplätze verteilt. Von einem besseren Platz hätten Verein und Spieler gleichermaßen etwas.

Um von einer möglichen Darmstädter Vorlage in Ingolstadt zu profitieren, muss der FCM allerdings auch seine Hausaufgaben bei Union Berlin machen. Und diese sind so gewaltig, dass sie eher einer Abschlussprüfung gleichen. Der Club tritt bei der besten Heimmannschaft der 2. Bundesliga an. Union holte in 16 Spielen im Stadion An der Alten Försterei 35 Punkte.

Was zumindest ein bisschen Hoffnung macht: Der Tabellendritte strauchelte in den vergangenen Wochen bedenklich, holte aus sieben Spielen nur einen Sieg. Zuletzt setzte es eine 1:2-Niederlage – man ahnt es: gegen Darmstadt.

Oenning bleibt optimistisch

Deshalb sagt Michael Oenning: „Wir sind noch immer im Rennen, auch wenn wir schlechte Voraussetzungen haben. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir erfahren genug sind, um mit diesem Druck umzugehen.“

Eine Triebfeder des Erfolges soll auch die besondere Kulisse sein, das Stadion in Berlin ist mit 22 000 Zuschauern ausverkauft, mehr als 2000 FCM-Fans sind dabei. „Wer da keine Lust zum Fußballspielen hat, ist sowieso fehl am Platz“, meint Oenning.

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