Magdeburg l Kurz nach dem Anpfiff des Ostderbys zwischen dem 1. FC Magdeburg und Hansa Rostock wurde es auf der Nordtribüne schwarz. Die aktive Fanszene von Block U hatte sich zu Ehren des vor drei Jahren verstorbenen FCM-Fans Hannes eine besondere Choreografie überlegt. Die Tribüne verfärbte sich durch hochgehaltene Schilder komplett schwarz, kurz darauf wurde ein riesiges Portrait von Hannes präsentiert. Umrahmt wurde die Choreografie von gezündeter Pyrotechnik.

Nach dem Gedenken an Hannes folgte am späten Sonntagabend eine Meldung von Block  U, die ordentlich Wirbel erzeugte. Die Fans gaben nämlich bekannt, dass sie dem Heimspiel am 2. November gegen den Halleschen FC fern bleiben werden. „Block U wird das kommende Heimspiel nicht besuchen, kein Alternativprogramm anbieten und sich auch zukünftig bei Heimspielen gegen Halle aus dem Stadion zurückziehen“, heißt es in der Mitteilung der Fans. Dieser Heim- und Auswärtsspiel-Boykott gelte solange, bis die Umstände des Todes von Hannes vollständig aufgeklärt sind.

FCM-Fan Hannes starb vor drei Jahren

Rückblick: Vor drei Jahren starb der FCM-Fan, nachdem er aus einem fahrenden Zug gestürzt war, in dem sich auch Fans des Halleschen FC befanden. Die Rolle der HFC-Fans im Zusammenhang mit Hannes Tod ist bis heute nicht geklärt.

In der Folge boykottierte Block U deshalb die Partien in Halle, nicht aber die Heimspiele. Ein Fehler, wie sie in ihrer Mitteilung jetzt betonen: „Wir haben auch uns und unser Verhalten im letzten Heimspiel gegen Halle selbstkritisch reflektiert und mit Erschrecken festgestellt, dass wir durch unser organisiertes Auftreten im Stadion leider immens mit dazu beigetragen haben, dass wieder Normalität eingekehrt ist.“ Doch diese Normalität dürfe es nicht geben.

In Fankreisen wird die Entscheidung heftig diskutiert. Die meisten Anhänger respektieren die Haltung von Block  U, einige unterstützen diese und kündigten ebenfalls ihr Fernbleiben an. Andere Fans wiederum betonen, dass einem Gegner zu Hause nicht das Feld überlassen werden dürfe.

Beck und Krämer respektieren Entscheidung

FCM-Kapitän Christian Beck hat durchaus Verständnis für die Haltung der Fans: „Das gilt es einfach zu respektieren, sie haben klare Gründe genannt.“ Er sagt aber auch: „Für uns als Mannschaft ist es insofern ärgerlich, weil uns natürlich die Unterstützung der Fans im Spiel gegen Halle fehlen wird.“

Für Trainer Stefan Krämer steht die freie Entscheidung eines jeden Fans im Vordergrund. „Und wenn Block  U aus den genannten Gründen nicht zum Spiel kommen will, dann gilt es, das einfach zu respektieren“, sagt er. „Das hat sicher nichts mit ihrer Liebe zum Club zu tun.“

Kommentar "Eine streitbare Entscheidung" zum Thema finden Sie hier.

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