Magdeburg l Mario Kvesic war die Nervosität anzusehen. Der Auftritt am Donnerstag bei der Pressekonferenz des 1. FC Magdeburg war für ihn eine Premiere. Entsprechend wortkarg gab sich der sonst so aufgeweckte Mittelfeldspieler anfangs – und schaute etwas angespannt in Richtung der fragenden Journalisten. „Das war für mich zwar keine unangenehme Situation, aber eben doch anders, als wenn ich nach dem Spiel locker mit den Journalisten spreche“, erklärt Kvesic.

Kvesic ohne Anpassungsprobleme

Gar keine Anpassungsprobleme hatte der 27-Jährige hingegen, als der zu Beginn der Drittliga-Vorbereitung vom FC Erzgebirge Aue nach Magdeburg kam. „Ich wurde sehr herzlich aufgenommen. Wir sind ein tolles Team und kämpfen auf dem Platz füreinander. Ich denke, dass das die Fans sehen und deshalb auch immer wieder honorieren“, sagt Kvesic.

Am Freitag in Chemnitz könnte der Offensivspieler wieder eine wichtige Rolle einnehmen – als Spielmacher hinter den Spitzen ist Kvesic schließlich Denker und Lenker im Team von Trainer Stefan Krämer. „Ein Ostderby ist immer ein besonderes Spiel. So wird es jetzt auch in Chemnitz sein. Wir müssen an unser Limit gehen, um dort erfolgreich zu sein“, betont Kvesic.

Krämer nimmt Motivation gerne mit

Sollte der FCM am Freitag gewinnen, könnte er auch eine beachtliche Marke knacken: Der Club steht nämlich vor seinem 1000. Pflichtspielsieg. Eine Zahl, die Krämer ein Lächeln ins Gesicht zaubert. „Es ist ganz klar, dass wir diese Marke knacken wollen. Wir stehen dann in den Büchern. So etwas bleibt.“

Der Coach hat sich sogar überlegt, diesen Fakt in seine Motivationsstrategie vor dem Spiel einzubeziehen. „Es könnte sein, dass diese Zahl dann eine Rolle spielt“, sagt er und schmunzelt.

Der 1000. Pflichtspielsieg wäre auf jeden Fall ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Bisher bestritt der FCM insgesamt 1992 Pflichtspiele (999 Siege, 440 Unentschieden, 553 Niederlagen), den ersten Sieg feierte das Team am 16. Februar 1966 beim 2:1 gegen Lok Leipzig im FDGB-Pokal.

751 Erfolge konnte der Club übrigens in Meisterschaftspartien verbuchen. In allen 1992 Pflichtspielen kommt der Verein auf eine Tordifferenz von 3805:2350.

An die DFB-Pokal-Form anknüpfen

All diese Zahlenspiele sind aber natürlich wertlos, wenn der FCM die gute Form aus dem DFB-Pokal-Spiel gegen Freiburg nicht auch heute in Chemnitz zeigt. „Ich glaube, dass die Partie in Chemnitz genau zur richtigen Zeit kommt, um wieder gut in den Liga-Alltag zu starten“, versichert Krämer. Denn: „Der Anspruch ist grundsätzlich natürlich, dass man jedes Spiel zu etwas Besonderem macht, aber das ist manchmal leicht gesagt. Bei dieser Partie in Chemnitz unter Flutlicht sollte aber definitiv jedem klar sein, dass es mit einem Schritt weniger nicht funktionieren wird.“

Ein Schritt zu wenig kommt für Mario Kvesic sowieso nicht infrage. Der Spielmacher und Standardspezialist präsentiert sich mannschaftsdienlich und kennt aus seiner Zeit in Aue auch die Stimmung in Chemnitz. Und Kvesic ist gegen den CFC noch ungeschlagen – in der Saison 2015/16 gewann er mit Aue beide Partien (2:1, 2:0).

So gut er sich in Magdeburg bereits eingelebt hat, eine Sache beschäftigt ihn: „Mir fehlt noch immer ein Tor. Ich würde mich freuen, wenn ich es bald schieße – vielleicht schon in Chemnitz.“

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