Magdeburg l Den Vorwurf, dass er personell nichts versucht, kann man Thomas Hoßmang nicht machen. Beim 0:1 des 1. FC Magdeburg bei Dynamo Dresden hatte der FCM-Coach alleine seine Viererkette auf drei Positionen geändert. Mit der Rückkehr von Abwehrchef Tobias Müller hat er nämlich nicht einen der beiden Innenverteidiger Korbinian Burger oder Brian Koglin ersetzt , sondern Burger in neuer Rolle als Linksverteidiger gebracht.

Lob für Tobias Müller

Der 25-Jährige sorgte damit für zusätzliche Absicherung auf Außen, wenngleich ihm im Ostderby der 3. Liga vor allem der schnelle Dynamo-Außenspieler Agyemang Diawusie immer wieder entwischte. In der Abwehrzentrale sorgte unterdessen Müller für die gewünschte Stabilität. „Es war wichtig, dass er wieder dabei war. Er hat das ordentlich gemacht“, sagte Hoßmang. Und laut Coach galt das ebenfalls für Alexander Bittroff.

Der Routinier stand nur drei Tage nach seiner Verpflichtung direkt in der Startelf und ersetzte den eigentlichen Stürmer Daniel Steiniger, der zuletzt als Rechtsverteidiger aushelfen musste. „Ich bin froh, dass es für mich persönlich so schnell geklappt hat und ich das Vertrauen bekommen habe“, sagte Bittroff nach dem Spiel. Er sah die FCM-Abwehr verbessert. „Wir haben deutlich besser gestanden. Dass man bei so einem Gegner auch mal Chancen zulässt, ist ganz normal.“

Bittroff ist guten Mutes

Auch wenn der FCM laut Bittroff nach der Pause „etwas schläfrig“ war und es nach dem Gegentreffer „extrem schwer war, zurückzukommen“, sagt der 32-Jährige angesichts der guten Arbeit gegen den Ball: „Das macht mir Mut.“

Es bleibt aber trotz der lobenden Worte des ehemaligen Uerdingers festzuhalten, dass die Defensive vor allem im zweiten Durchgang nicht mehr so sicher wirkte. Die Dresdner spielten sich einige größere Chancen heraus, und der FCM wurde oft nur durch den gewohnt sicheren Keeper Morten Behrens gerettet.

FCM-Torchancen Mangelware

Bei den Magdeburgern waren Torchancen hingegen absolute Mangelware. Beim eigenen Ballbesitz kam viel zu wenig. Das erkannte auch Bittroff: „Wir brauchen aber den Kopf nicht in den Sand zu stecken, wir müssen weiterarbeiten und versuchen, unsere teilweise gute Leistung in der Defensive auch in der Offensive zu zeigen.“ Der flexible Verteidiger fordert, dass im Umschaltspiel bessere Pässe gespielt werden.

In der Zentrale fehlt es an Anspielstationen

Problem: Dafür bedarf es auch Anspielstationen. Mal davon abgesehen, dass Sören Ber-tram und Christian Beck sowie auch der für den Kapitän nach 56 Minuten eingewechselte Kai Brünker als Sturmspitzen völlig in der Luft hingen, kam auch aus dem Mittelfeld zu wenig. Jürgen Gjasula interpretierte seine Aufgabe im zen-tralen Mittelfeld bei eigenem Ballbesitz oft sehr defensiv, womit Thore Jacobsen häufig die einzige Anspielstation in der Zentrale war.

Kaum Gefahr für Dresden

Das wiederum machte es für die Dresdner einfacher, die Angriffe der Blau-Weißen schon im Keim zu ersticken. Auch über die Außen kam vom FCM zu wenig. Maximilian Franzke, der ebenfalls direkt sein Start-elfdebüt feierte, deutete zwar sein Potenzial an, beispielsweise mit einer Hacken-Vorlage für Beck kurz nach der Pause, doch: „Er hat auch viele verkehrte Entscheidungen getroffen“, sagte der Trainer. Und konnte von dieser Kritik wohl kaum einen seiner Feldspieler befreien.

Der FCM muss in der kurzen Trainingswoche vor dem Spiel gegen Türkgücü München am Freitagabend um 19 Uhr nun also einige Baustellen angehen. Vor allem für das Ballbesitz- und Angriffsspiel sollten bessere Lösungen gefunden werden, wenn es mit dem ersten Saisonsieg klappen soll.

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