Magdeburg l Als Thomas Hoßmang am Montagnachmittag noch voller Vorfreude auf die kommende Saison die erste Trainingseinheit des 1. FC Magdeburg leitete, konnte er sich nicht vorstellen, dass seine Stimmung wenig später komplett umschlagen würde. Dann nämlich, als bekannt wurde, dass einer der Corona-Tests beim Drittligisten positiv ausgefallen war. „Das war ein Schock“, sagt der Trainer. Seitdem befinden sich die gesamte Mannschaft, das Trainerteam und auch einige Mitarbeiter auf Geheiß des Gesundheitsamts in häuslicher Quarantäne.

Tests in der vergangenen Woche

„Wir sind natürlich nicht davor gefeit, dass so etwas passiert, aber wir hatten versucht, vorsorglich das Risiko zu minimieren und wollen das auch weiterhin tun“, erzählt Hoßmang. Der FCM war eigentlich gut vorbereitet. Ein Großteil der Mannschaft wurde bereits in der vergangenen Woche auf das Coronavirus getestet. Diese Tests hatte der FCM freiwillig als Prophylaxe angesetzt. Vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) wurden hingegen solche Maßnahmen vor dem Trainingsstart nicht gefordert. Die Ergebnisse der Tests waren jedenfalls allesamt negativ.

Vier Spieler wurden nachgetestet

Es gab aber einen Haken: Bei diesen Tests fehlten in der vergangenen Woche vier Spieler. Diese wurden deshalb vor dem Trainingsstart am Montag getestet. Und dabei stellte sich dann am späten Nachmittag heraus, dass sich einer dieser vier Spieler infiziert hatte. „Das traf uns natürlich unvermittelt und wir mussten erst einmal viele organisatorische Dinge abklären“, sagte FCM-Pressesprecher Norman Seidler.

Zwar stand die Mannschaft zum Trainingsstart nur in Kleingruppen von fünf bis sechs Spielern auf dem Rasen. Vor und nach der Einheit hatten alle Spieler sowie das Trainerteam aber natürlich Kontakt miteinander. Deshalb sind neben der gesamten Mannschaft eben auch das Trainer- und Betreuerteam in Quarantäne.

Vorbereitung über Haufen geworfen

Die fünfwöchige Vorbereitung bis zum Pflichtspielstart im DFB-Pokal gegen Darmstadt ist „damit erstmal über den Haufen geworfen“, wie es Hoßmang beschreibt. „Das ist schade. Aber es ist passiert. Wir müssen trotzdem positiv denken und hoffen, dass wir so schnell wie möglich wieder auf dem Platz stehen“, ergänzt der 53-Jährige. „Wir planen jetzt um. Und wenn alles funktioniert, können wir das halbwegs auffangen.“

Doch wie geht es jetzt weiter? Heute werden im Universitätsklinikum Magdeburg die Mannschaft sowie das Trainer- und Betreuerteam erneut getestet. Mit einem Ergebnis ist am Donnerstag zu rechnen. Am Freitag finden erneut Tests statt. Sollte sich in beiden Testreihen herausstellen, dass sich niemand zusätzlich infiziert hat, könnte die Mannschaft schon am Wochenende wieder ins Training in Kleingruppen – und zu unterschiedlichen Zeiten – einsteigen. Das wäre auch der Fall, wenn sich nur einzelne, weitere Spieler infiziert hätten. Am kommenden Montag erfolgt dann ein weiterer Test. Sollten dabei abermals alle Ergebnisse negativ sein, ist die Aufnahme des Mannschaftstrainings wieder möglich.

FCM-Spieler haben speziellen Plan bekommen

Mindestens bis zum Wochenende sind die FCM-Kicker aber im „Home Office“ gefordert. Der neue Athletik- und Fitnesstrainer Lars Mertelmeyer „hat einen guten Plan zusammengestellt, den die Jungs auch in den eigenen vier Wänden absolvieren können“, berichtet Hoßmang. Sind die ersten Tests dann negativ, „hätten wir nur wenige Tage verloren“, sagt der Coach. Denn ab Donnerstag könnten die Spieler dann auch wieder in Eigenregie Läufe absolvieren. „Wir werden alles möglich machen, damit wir möglichst wenig Inhalte verlieren, sofern es die Situation zulässt“, betont der Übungsleiter, der sicher bald auch taktisch etwas tiefer gehen möchte.

Kompliziert werden könnte es nur dann, wenn sich herausstellen würde, dass sich ein Großteil des Teams infiziert hätte. Dann wäre an Training nicht zu denken. Die Entscheidung, ob und wann der FCM wieder auf den Rasen darf, trifft letztendlich das Gesundheitsamt Magdeburg, mit dem sich der Club gerade in einem engen Austausch befindet.

Klar ist: Der FCM wird auch im weiteren Verlauf der Vorbereitung auf Eigeninitiative regelmäßig testen, um schnell auf mögliche weitere Infektionen reagieren zu können.

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