Magdeburg l "Jeder im Stadion hat gesehen, dass Werder eine gute Mannschaft hat", sagte FCM-Trainer Jens Härtel. "Wir haben in der Halbzeit umgestellt und waren dann etwas kompakter. Die späten Treffer zum Sieg waren enorm wichtig." Durch den Sieg übernahm der Club vorerst die Tabellenführung, da die Partie von Paderborn in Meppen ausgefallen war. Härtel wechselte im Vergleich zum 3:1-Erfolg gegen Münster einmal. Für Dennis Erdmann lief im 4-2-3-1-System Björn Rother bei seinem Ex-Verein auf. Bei Werder II waren mit Johannes Eggestein und Ousman Manneh zwei Spieler dabei, die bereits über Bundesligaerfahrung verfügen. Zudem stand Marc-André Kruska in der Startelf, der in der Winterpause vom SC Paderborn verpflichtet wurde. Wegen der hohen Nachfrage aus Magdeburg wurde die Partie von Platz 11 ins Weserstadion verlegt. Wie hoch die Nachfrage war, wurde kurz vor dem Anpfiff deutlich, als auf der Westtribüne der gesamte Oberrang geöffnet wurde, um den rund 4000 mitgereisten FCM-Fans Platz zu bieten.

Die Partie begann direkt mit einem Paukenschlag: Nach einem missglückten Rückpass von Lars Bünning sicherte sich Tobias Schwede den Ball und wurde dann im Strafraum von Werders Torhüter Eric Oelschlägel von den Beinen geholt (4.). Den fälligen Elfmeter verwandelte Philip Türpitz (5.), für ihn war es der erste Torerfolg seit dem 13. Oktober (2:0 in Osnabrück). Der FCM ließ keinen Zweifel aufkommen, wer in diesem Spiel der Favorit ist. Die Bremer wurden früh gestört und zu Fehlern gezwungen.

Zweifelhafter Elfmeter zum Ausgleich

Nach einer Viertelstunde ließ das Härtel-Team den Gegner etwas mehr spielen. Beim Weitschuss von Manneh musste Magdeburgs Torhüter Jan Glinker allerdings nicht eingreifen. Auf der Gegenseite kombinierten sich Christian Beck und Tobias Schwede sehenswert auf der linken Seite durch, der Ball landete aber bei einem Gegenspieler. In der 30. Minute fiel der überraschende Ausgleich: Bei einem Angriff über die rechte Seite bekam Manneh die Kugel und wurde von zwar Handke bedrängt, aber nicht gefoult. Schiedsrichter Marcel Schütz sah das anders und pfiff den zweiten Strafstoß der Partie, den Kruska sicher verwandelte.

Videos

Bremen zog sich nach dem 1:1 zurück und wartete auf Fehler des FCM. Die Gäste waren nicht mehr so agil und präsent wie in der Anfangsphase und hatten deutlich mehr Mühe, sich Chancen zu erarbeiten. In der 45. Minute hätte Eggestein Werder dann fast in Führung gebracht, als er plötzlich alleine vor Glinker auftauchte, der FCM-Schlussmann aber sehenswert parierte.

Hammann kommt ins Spiel

Zur Pause wurde Nico Hammann für Steffen Schäfer eingewechselt. Härtel wechselte die Grundordnung, vom 4-2-3-1 auf 3-4-3 mit Düker (links), Beck (Mitte) und Türpitz (rechts) im Sturm. Hammann agierte unterdessen als Abwehrchef. Auf dem Rasen neutralisierten sich beide Teams zunächst. In der 59. Minute war es Beck, der einen Kopfball von Idrissa Touré auf der Linie klärte. Zwei Minuten danach war Beck wieder in der Offensive, sein Schuss strich aber rechts vorbei.

Ein lautstarkes "Hand" entfuhr es den FCM-Fans, als Werder-Kapitän Marc Pfitzner im Strafraum zum Ball ging, Schiedsrichter Schütz ließ aber weiterspielen (65.). Pech hatte Richard Weil, als sein Abschlussversuch, nach einer guten Flanke von Nils Butzen, gegen die Latte klatschte (70.). Einen Platzverweis hätte der Bremer Leon Jensen zehn Minuten vor dem Abpfiff bekommen können, als er Rother zu Boden riss. Stattdessen zeigte er beiden Spielern Gelb, Rother fehlt somit in Rostock, da es seine zehnte Verwarnung in dieser Saison war.

Butzen trifft erstmals

Zwei Minuten vor dem Abpfiff schlug die große Stunde von Nils Butzen: Nach einer Kombination über Niemeyer und Schwede nahm der Defensivspieler den Ball volley und verwandelte zum 2:1. Für Butzen war es das erste Drittligator seiner Karriere. Sekunden vor Schluss machte Schwede nach einer Vorlage von Niemeyer alles klar und traf zum 3:1.

FCM: Glinker - Butzen, Handke, Schiller, Schäfer (46. Hammann) - Weil, Rother - Türpitz (76. Niemeyer), Schwede - Düker (86. Lohkemper) - Beck.