Magdeburg l Die Fans und Verantwortlichen des 1. FC Magdeburg haben am Freitagvormittag vermutlich einmal tief durchgeatmet. Denn der Kartenverkauf für das Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden (Anstoß Samstag 14 Uhr) wurde fortgesetzt und es dürfen trotz der höheren Infektionslage in der Landeshauptstadt auch am 7. Drittliga-Spieltag wieder bis zu 7500 Fans in der MDCC-Arena dabei sein – mit der Auflage, dauerhaft einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Auch wenn diese Kapazität vermutlich erneut nicht erreicht wird, bleibt doch festzuhalten: Der FCM hat den Fan-Vorteil.

SVW holte auswärts schon sieben Punkte

Denn während an anderen Spielorten wie Duisburg oder Saarbrücken Geisterspiele stattfinden, könnte der FCM von seinen Fans wieder nach vorn gepeitscht werden. Dafür muss aber auch die Einsatzbereitschaft von der ersten Minute an stimmen – anders also als beim 1:3 am Dienstagabend gegen den SC Verl. „Wir haben die Dinge in aller Deutlichkeit angesprochen“, berichtet FCM-Trainer Thomas Hoßmang von einer intensiven Auswertung der Niederlage. „Wir brauchen wieder sofort die Gier und Intensität vom vergangenen Freitag“, möchte der Coach logischerweise eher an den bisher einzigen Saisonsieg gegen Türkgücü München anknüpfen. Dass mit Wiesbaden dabei eine harte Nuss zu knacken ist, weiß auch der Coach. „Das ist eine robuste und große Mannschaft, die auch mal den einfachen Ball spielt. In Uerdingen waren die Wiesbadener sehr effektiv.“ Denn der SVW kommt mit einem 4:0-Sieg im Rücken nach Magdeburg und holte bislang sieben seiner neun Punkte auswärts. „Das wird eine interessante Partie, aber wir wollen die drei Punkte in Magdeburg behalten“, sagt Hoßmang.

Dabei machen dem FCM neben den Fans auch einige Personalien Hoffnung. Denn nicht nur Dominik Ernst wird wohl wieder seine Mentalität von Beginn an einbringen dürfen, auch weitere Spieler könnten wieder ins Team rutschen. Florian Kath, der seit seiner Leihe vom Bundesligisten SC Freiburg noch kein Spiel absolvierte, könnte nach überstandenen muskulären Problemen erstmals dabei sein und in der Offensive für frischen Wind sorgen. Auch Luka Sliskovic sollte für Hoßmang wieder eine Option sein. „Er ist wieder frei im Kopf“, sagt der Coach, der dem Offensivmann zuletzt eine Pause gönnte, aber schon gegen Verl wieder einwechselte. Mit seinem Lattentreffer kurz vor dem Ende deutete der Österreicher dabei seine Torgefährlichkeit an.

"Feuer drin" bei etablierten Spielern

Ebenso ist es denkbar, dass Hoßmang wieder auf die „etablierten Spieler“ setzt. Denn diese zeigten im Spiel-Ersatztraining unter der Woche großen Einsatz. „Da war Feuer drin, die Themen aus der Analyse wurden super umgesetzt.“ Nachdem er zuletzt zweimal auf der Bank saß, dürfte sich beispielsweise Kapitän Christian Beck umso mehr reinhauen, sollte er wieder in der Startelf stehen.

Aus dieser kaum zu verdrängen ist aktuell Andreas Müller, der in der vergangenen beiden Spielen jeweils traf. „Er ist immer fleißig im Training, arbeitet stets an sich und ist ein aggressiver, torgefährlicher Spieler. Das brauchen wir im Zentrum“, lobt der Trainer den 20-Jährigen, den er – um Verwechselungen mit Abwehrhüne Tobias Müller auszuschließen – den „kleinen Müller“ getauft hat. Der 1,73-Meter-Mann habe es zuletzt zweimal gut gemacht, „wir dürfen ihn aber auch nicht verheizen“, warnt Hoßmang.

Es bleibt also spannend, wer gegen Wiesbaden in der Start-elf stehen wird. Mut zugesprochen hat das Trainerteam allen Akteuren. Nun erwartet Hoßmang, dass seine Schützlinge Leistung auf den Platz bringen, und ist im Vergleich zum Verl-Spiel überzeugt: „Wir werden das besser machen.“ Und eben mit bis zu 7500 Fans im Rücken.

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