Magdeburg l 23.000 Zuschauer werden am Sonnabend in Rostock erwartet (14 Uhr, live im MDR und NDR). Genau das richtige Umfeld für FCM-Abwehrspieler Felix Schiller, der den Anpfiff kaum erwarten kann.

Für die Spieler des FCM ist eine große Kulisse nichts Neues. Regelmäßig spielen sie in der MDCC-Arena vor mehr als 18.000 Zuschauern. Dass allerdings ein Großteil der Fans gegen den Club ist, ist in der 3. Liga allerdings eher selten.

Pfiffe pushen Schiller

Genau so wird es am Sonnabend sein, wenn die meisten der 23.000 Fans im Rostocker Ostseestadion den FC Hansa anfeuern und das Magdeburger Team auspfeifen werden. Mit dieser heißen Derby-Stimmung hat FCM-Abwehrspieler Felix Schiller aber überhaupt kein Problem. „Mich pusht das extrem. Was gibt es Schöneres, als wenn 15.000 bis 20.000 Zuschauer gegen dich sind und pfeifen?“, freut er sich. „Bei mir und bei der ganzen Mannschaft kribbelt es. Bei diesem Ost-Klassiker werden viele Emotionen im Spiel sein.“

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Ein Blick auf die Tabelle verschärft die Brisanz noch mal. Der FCM hat mit 53 Punkten momentan zehn Zähler Vorsprung. Da Hansa eine Partie weniger absolviert hat, hat das Duell einen richtungsweisenden Charakter. Sollte Rostock gewinnen, wären sie wieder in Schlagdistanz, bei einem FCM-Sieg hätte Magdeburg wohl einen der ärgsten Verfolger endgültig abgeschüttelt. Schiller kommt in dieser Atmosphäre eine entscheidende Rolle zu. Der 28-Jährige ist ein Mentalitätsspieler, der seine Mannschaftskollegen immer antreibt und erst Ruhe gibt, wenn der Schiedsrichter die Partie abgepfiffen hat. „Ich liebe solche Spiele. Es geht vor vielen Zuschauern um etwas und es wird hitzig“, sagt er. „Entscheidend wird sein, dass wir trotzdem einen kühlen Kopf bewahren. Wir müssen in den entscheidenden Situationen da sein und Stärke zeigen. Dabei dürfen wir aber nicht überdrehen.“

Stammplatz wieder erkämpft

Schiller selbst hat sich nach seiner Beckenverletzung am 26. August in der Partie gegen Werder Bremen II (4:1) und dem Comeback am 18. November bei Fortuna Köln Schritt für Schritt in die Stammelf zurückgekämpft. Zuletzt bestritt er drei Partien von Anfang an. „Ich habe nach der Verletzung ein bisschen gebraucht, um wieder reinzufinden. Die Jungs haben es in dieser Zeit auch überragend gemacht“, betont der gebürtige Berliner. „Jetzt bin ich zum Glück wieder drin und denke, dass ich zuletzt auch gezeigt habe, dass ich auf den Rasen und in die Mannschaft gehöre. Ich will das Team mit dem unterstützen, was mich stark macht.“

Wie jedes Jahr finden im Frühjahr die Gespräche zwischen Verein und Spielern bezüglich auslaufender Verträge statt. FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik erklärte aber, dass diese Verhandlungen nach dem holprigen Start ins Jahr 2018 vorerst auf Eis gelegt worden sind. Für Schiller ist das nicht schlimm. „Es gab schon zuvor einige Gespräche. Ich bin im Moment in der komfortablen Situation, dass ich auf dem Platz stehe, spiele und mich zeigen kann“, sagt er. „Einzelschicksale stehen momentan aber hintenan. Wir arbeiten alle gemeinsam für das eine Ziel. Der Rest wird sich schon von alleine ergeben.“

Um das große Ziel zu erreichen, wäre ein Sieg in Rostock ein großer Schritt. „Wir fahren dort hin, um drei Punkte mitzunehmen“, stellt Schiller klar.

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