Bochum l Die Bochumer waren offensichtlich selbst etwas überrascht. Als das Team gegen den 1. FC Magdeburg durch Silvére Ganvoula in Führung ging (42.), wurde auf der Anzeigetafel einige Minuten irrtümlicherweise eine 1:0-Führung für den FCM angezeigt. Von einem Vorsprung oder gar einem Sieg war der Club beim 2:4 in Bochum aber dann doch weit entfernt.

Sandhausen und Ingolstadt gewinnen

Schlimmer noch: Durch die Niederlage und die gleichzeitigen Erfolge der Konkurrenten Sandhausen (3:2 in Heidenheim) und Ingolstadt (3:0 beim HSV) wird der Zweitliga-Klassenerhalt zur Rechenaufgabe. Denn der FCM kann aus eigener Kraft nicht mehr in der Liga bleiben, steht zwei Spieltage vor Saisonschluss nah am Abgrund, sprich auf einem direkten Abstiegsplatz. Der Rückstand auf den Relegationsplatz, den die formstarken Ingolstädter belegen, beträgt zwei Punkte.

Entsprechend geknickt war die Mannschaft nach dem Spiel. „Es ist sehr bitter für uns. Wir müssen irgendwie in den letzten beiden Spielen punkten, um die Relegation noch zu erreichen“, sagte Kapitän Christian Beck.

FCM verliert 2:4 gegen VfL Bochum

Bochum / Magdeburg (tw) l Der 1. FC Magdeburg hat beim VfL Bochum eine bittere 2:4-Niederlage kassiert. Der FCM rutscht damit auf einen Abstiegsplatz. Das Spiel in Bildern.

  • Bochums Silvere Ganvoula bejubelt sein Tor zum 1:0 Foto: Guido Kirchner/dpa

    Bochums Silvere Ganvoula bejubelt sein Tor zum 1:0 Foto: Guido Kirchner/dpa

  • Bochums Anthony Losilla (l-r), Magdeburgs Christian Beck und Bochums Tim Hoogland kämpfen im Kopfballduell um den Ball. Foto: Guido Kirchner/dpa

    Bochums Anthony Losilla (l-r), Magdeburgs Christian Beck und Bochums Tim Hoogland kämpfen im...

  • Magdeburgs Trainer Michael Oenning steht an der Seitenlinie. Foto: Guido Kirchner/dpa

    Magdeburgs Trainer Michael Oenning steht an der Seitenlinie. Foto: Guido Kirchner/dpa

  • Magdeburgs Manfred Osei Kwadwo (r) steht nach seiner vergebenen Torchance auf dem Platz. Foto: Guido Kirchner/dpa

    Magdeburgs Manfred Osei Kwadwo (r) steht nach seiner vergebenen Torchance auf dem Platz. Foto: Gu...

  • Magdeburgs Nico Hammann sitzt nach dem Spiel auf dem Rasen. Foto: Guido Kirchner/dpa

    Magdeburgs Nico Hammann sitzt nach dem Spiel auf dem Rasen. Foto: Guido Kirchner/dpa

  • Magdeburgs Jan Kirchhoff (l-r) und Magdeburgs Dennis Erdmann stehen nach dem Tor zum 4:1 auf dem Platz. Foto: Guido Kirchner/dpa

    Magdeburgs Jan Kirchhoff (l-r) und Magdeburgs Dennis Erdmann stehen nach dem Tor zum 4:1 auf dem ...

  • Bochums Lukas Hinterseer (r) und Magdeburgs Tarek Chahed kämpfen um den Ball. Foto: Guido Kirchner/dpa

    Bochums Lukas Hinterseer (r) und Magdeburgs Tarek Chahed kämpfen um den Ball. Foto: Guido Ki...

  • Magdeburgs Charles Elie Laprevotte wird von Sanitätern mit einer Trage vom Platz getragen. Foto: Guido Kirchner/dpa

    Magdeburgs Charles Elie Laprevotte wird von Sanitätern mit einer Trage vom Platz getragen. F...

  • Magdeburgs Marius Bülter (m) zieht sich beim Bochumer Torjubel zum 3:0 das Trikot ins Gesicht. Foto: Guido Kirchner/dpa

    Magdeburgs Marius Bülter (m) zieht sich beim Bochumer Torjubel zum 3:0 das Trikot ins Gesich...

  • Magdeburgs Trainer Michael Oenning steht an der Seitenlinie. Foto: Guido Kirchner/dpa

    Magdeburgs Trainer Michael Oenning steht an der Seitenlinie. Foto: Guido Kirchner/dpa

Zweifel am Klassenerhalt

Zweifel sind aber angebracht, denn die kommenden Aufgaben haben es in sich: Am Sonntag (15.30 Uhr) tritt der FCM beim 1. FC Union Berlin an, der um den Erstligaaufstieg kämpft. Am letzten Spieltag empfängt der Club den Tabellenführer 1. FC Köln. „Das sind zwei brutal schwere Spiele. Jetzt rechnet sicherlich keiner mehr mit uns“, vermutete Beck. „Wir müssen aber weiter an uns glauben, müssen in dieser Woche im Training Gas geben, um das scheinbar Unmögliche noch möglich zu machen.“

Dieses Unterfangen scheint auch deshalb fast unmöglich, weil der Trend momentan klar gegen den FCM spricht. Aus den vergangenen vier Spielen holte das Team nur drei Punkte, gewann zudem nur zwei der vergangenen zehn Spiele. In Ingolstadt und Sandhausen werden hingegen unbeirrt Punkte gesammelt. Der FCI verbuchte zuletzt 13 von möglichen 15 Zählern, Sandhausen gar 20 von 24 Punkten.

Auf den Beginn einer Serie hatte auch der FCM in Bochum gehofft. Gerade in der ersten Hälfte gab es auch einige Gelegenheiten – Jan Kirchhoff (4.) und Marius Bülter (40.) verpassten jedoch die Führung. „Es war wie so oft. Wir hatten unsere Chancen, nutzen sie aber einfach nicht“, haderte Magdeburgs Trainer Michael Oenning.

FCM holt Bochum ins Spiel

Nach dem 0:2 kurz nach der Pause durch Dominik Baumgartner (51.) war der Gegner dann kaum noch aufzuhalten. Der Club hatte Bochum stark gemacht. Eigentlich wollten die Gäste dem VfL die Lust am Spiel nehmen – doch genau diese Lust hatte das Team in der zweiten Halbzeit. Der eingewechselte Tom Weilandt (61.) erhöhte dann zur vermeintlichen Vorentscheidung.

Doch just in dem Moment, als niemand mehr mit dem FCM rechnete, überzeugte das Oenning-Team durch einen klaren Zug zum gegnerischen Tor. Marius Bülter verkürzte in der 64. Minute, danach hatten die eingewechselten Steven Lewerenz und Manfred Osei Kwadwo jeweils einen weiteren Treffer auf dem Fuß. „Wir hatten solche Phasen aber zu selten“, kritisierte Jan Kirchhoff, der diesmal zentral in der Dreierkette auflief. „Bochum war defensiv und offensiv im letzten Spieldrittel besser war als wir.“ So blieb nach dem 1:4 von Weilandt (84.) nur noch der zweite Magdeburger Treffer durch Beck (87.).

Oenning wollte auch gar keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass die FCM-Niederlage in Ordnung ging: „Bochum hat auch in dieser Höhe verdient gewonnen. In den entscheidenden Momenten waren wir so sehr unter Druck, dass wir öffnen mussten.“

Oenning bleibt kämpferisch

Doch auch der Coach wollte noch nichts von einer Vorentscheidung im Abstiegskmapf wissen, gab sich kämpferisch: „Wir sehen doch gerade in der 2. Liga, dass sich die Situation von Spieltag zu Spieltag ändert. Mit dem Wissen, dass wir noch alles schaffen können, werden wir nach Berlin fahren und versuchen, bei Union zu gewinnen.“

Christian Beck baut für die letzten Spiele auf die Moral des Teams. „Wir geben nie auf. Das hat uns in den vergangenen Jahren und auch in dieser Saison immer wieder ausgezeichnet“, sagte er, atmet dann tief durch: „Klar ist, dass wir bei Union etwas mitnehmen müssen. Wir müssen weiter daran glauben, dass wir es noch schaffen.“

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