Magdeburg l Wenn Léon Bell Bell eines aus seiner kamerunischen Heimat besonders geprägt hat, dann der Familienzusammenhalt. „Mein Vater kommt ja aus Kamerun, meine Mutter ist Deutsche“, erzählt der 22-jährige Neuzugang des 1. FC Magdeburg, „und so oft es geht, fliege ich rüber. Es ist wichtig zu wissen, wo man herkommt, auch wenn man hier geboren ist.“

Die Familie nimmt eine bedeutende Rolle ein, „vor allem, dass man zusammensteht“. Kein Wunder also, dass Bell Bells Verwandte ihn hier in Magdeburg gleich besuchen kommen wollten. „Aber ich habe gesagt, sie müssen warten, bis die Wohnung fertig eingerichtet ist“, sagt er und lacht, „denn auf dem Boden schlafen muss ja jetzt auch nicht sein.“

Bell Bell freut sich auf FCM-Fans

Der Angreifer war überrascht, als ihm sein Berater erzählt hat, dass der FCM Interesse hat. „Aber lange überlegen musste ich nicht“, berichtet Bell Bell. Durch Marcel Costly, den er noch aus gemeinsamen Zeiten beim FSV Mainz kennt, sowie Manfred Osei Kwadwo und Florian Pick, die er in Kaiserslautern getroffen hat, war ihm der FCM ein Begriff. „Und mir wurde erzählt, dass ich mich hier gut weiterentwickeln kann. Und, dass es tolle Fans gibt. Das Erste, was man hört, sind sowieso die Fans. Dass es richtig Spaß macht, vor denen zu spielen“, freut sich der Frankfurter.

Seine ersten Tage in Magdeburg seien derweil „überraschend einfach“ gewesen. „Ich kenne es noch von anderen Vereinen, dass es gerade zu Beginn etwas stockt. Aber hier läuft es bisher sehr gut“, erzählt er. Nur eines, das klappt noch nicht ganz ohne Unterstützung: „Den Weg zur Arena muss ich mir noch einprägen, bisher brauche ich dafür noch das Navi“, sagt Bell Bell und lacht.

Abitur am Nachwuchsleistungszentrum

Für den 22-Jährigen ist es aber auch nicht das erste Mal, dass er auf sich allein gestellt ist. Mit 15 wechselte er in die Jugend des 1. FC Kaiserslautern, absolvierte am dortigen Nachwuchsleistungszentrum sein Abitur. „Das war schon schwer, da die Stadt und das Umfeld komplett neu waren und ich meine Eltern nur recht selten sehen konnte“, sagt Bell Bell. Und der Weg zum Profi-Fußballer „ist halt auch nicht so einfach, wie man sich das als Kind vorgestellt hat“.

Als er aufgrund einer Verletzung als 14-Jähriger ein Jahr pausieren musste, habe er daran gedacht, aufzuhören. „Aber durchgezogen habe ich das dann doch nicht. Es war eben immer mein Traum, Fußballer zu werden. Ich wollte nie nur spielen, weil es mir Spaß gemacht hat, sondern, weil ich mehr erreichen wollte.“ Früher sei er immer mit einem Ball unterwegs gewesen. „Jeder, der mich kannte, wusste: Der Léon will Fußballer werden.“

Bell Bell mag Power-Play

Beim und mit dem FCM möchte er nun seine ersten Schritte in der 3. Liga gehen. „Mein erster Eindruck von Stefan Krämer ist schon einmal sehr positiv“, verrät Bell Bell, „vor allem, weil er zwischenmenschlich ein gutes Verhältnis zu den Spielern aufbaut. Außerdem mag ich das Power-Play, das er fördern möchte. Das passt auch zu meinem Stil.“

Ein weiterer Ansporn ist für den Mittelstürmer zudem die Rückkehr in die kamerunische Nationalmannschaft. „Vor zwei Jahren habe ich für die U-21-Auswahl gespielt, dann hat es bei mir nicht mehr so geklappt. Da würde ich schon gerne noch einmal hin.“

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