Magdeburg l Es hatte sich angedeutet, dass der 1. FC Magdeburg am Dienstag etwas verkünden wollte. Zum Nachmittagstraining waren sowohl Rundfunk, TV als auch die schreibende Presse geladen – trotzdem eilte Trainer Thomas Hoßmang nach der Einheit erst einmal an allen vorbei. Um dann aber, nach kurzem Hinweis vom FCM-Pressesprecher, doch noch folgendes Statement abzugeben: „Wir haben zwei Spieler vorläufig vom Trainingsbetrieb freigestellt: Jürgen Gjasula und Sören Bertram.“

Am Sonntag wurde den beiden Profis die Entscheidung des Trainerteams mitgeteilt. „Die Gründe bleiben intern, dazu gibt es nach außen hin nichts zu sagen“, betonte Hoßmang gleich mehrmals. Aus dem Umfeld war zu vernehmen, sie sollen an ihren „Defiziten“ arbeiten – worunter sowohl die körperliche Fitness als auch mentale Einstellung falle.

Rückkehr zum FCM ist möglich

Fest steht somit: Gjasula und Bertram sind „auf unbestimmte Zeit“ nicht beim Team dabei, haben einen individuellen Trainingsplan erhalten, den sie abarbeiten sollen. Ob überhaupt beziehungsweise wann die Tür für sie wieder offen steht? „Es werden sicherlich irgendwann Gespräche geführt“, lautet die Antwort von Hoßmang. Das klingt nicht gerade danach, als ob es sich um eine kurzfristige Maßnahme handeln würde.

Was genau mit der Freistellung bezweckt werden soll und warum es nun gerade diese Spieler getroffen hat, bleibt somit offen für Spekulationen.  Seit dem fünften Spieltag deutete sich jedoch an, dass die Routiniers bei Hoßmang nicht mehr hoch im Kurs stehen. Gjasula, Bertram und auch Christian Beck mussten da auf die Bank beziehungsweise gar auf die Tribüne. Seither sind Gjasula und Bertram wenn überhaupt nur noch auf Kurzeinsätze gekommen.

Gjasula und Bertram sind Führungsspieler

Es war ein erster Fingerzeig von Hoßmang, den jungen Wilden den Vortritt zu lassen und so einen neuen Impuls zu setzen. Jetzt folgt also der zweite Streich, nämlich die Freistellung der Routiniers. Und das lässt einen schon aufhorchen, sind doch der 34-jährige Gjasula sowie der 29-jährige Bertram als Führungsspieler und Leitwölfe deklariert worden.

Jetzt aber, vor dem Auswärtsspiel gegen Waldhof Mannheim am Sonnabend, kann man auf die beiden offensichtlich problemlos verzichten. Doch gerade bei der Personalie Gjasula, der gegen 1860 München und Türkgücü München je eine Torvorlage beisteuerte, wird sich manch einer verwundert die Augen reiben.

Fokus aufs Sportliche - ob das gelingt?

Denn nach den Niederlagen gegen Verl (1:3) und Wehen Wiesbaden (1:2) steht zudem fest, dass die richtige Zusammenstellung der Mannschaft noch nicht gefunden wurde. Ganz ohne die Routiniers lief es eben auch nicht. Hoßmang allerdings ist darauf bedacht, den Fokus sofort wieder aufs Sportliche zu lenken. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Situation einfach so. Ich wünsche mir, dass man das so stehen lässt“, sagte der Trainer. Das Hauptaugenmerk liege jetzt komplett auf Mannheim, wo der FCM definitiv ohne Gjasula und Bertram auflaufen wird.

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