Magdeburg l Mit verschränkten Armen hat er einen Blick in die MDCC-Arena geworfen. Der Mund-Nasen-Schutz durfte beim kurzen Plausch mit FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik nicht fehlen. Schon eine halbe Stunde vor dem Anpfiff stand Dr. Eike Hennig vor dem Spielertunnel. Der Magdeburger Amtsarzt war vielleicht der wichtigste Mann im Stadion beim Testspiel des 1. FC Magdeburg gegen den VfL Wolfsburg.

Denn Hennig wird den Feldversuch der Zuschauerrückkehr, es waren 1098 Fans dabei, nun auswerten. Gibt es grünes Licht – auch von der Politik – könnten im Pokalspiel gegen Darmstadt am Sonntag schon bis zu 7500 Zuschauer dabei sein. Was wichtig wäre, denn schon die 1098 Fans sorgten für eine gute Stimmung. Nicht vergleichbar mit einer vollen Arena, aber besser, als man bei einer Stadionauslastung von gut vier Prozent denken sollte. „Es war heute der erste Schritt in die richtige Richtung“, sagte FCM-Kapitän Christian Beck. „Es war keine schöne Zeit, ohne Zuschauer zu spielen. Ich hoffe, dass jetzt immer mehr Fans wieder in das Stadion dürfen. Unsere Fans sind enorm wichtig.“

Doch nicht nur hinsichtlich der Zuschauerrückkehr gab das Duell gegen die „Wölfe“ Aufschlüsse, die 1:4 (1:3)-Niederlage zeigte auch auf, woran bis zum Pflichtspielstart noch gearbeitet werden muss. In erster Linie sollten es sich die FCM-Kicker künftig nicht mehr erlauben, die Anfangsphase zu verschlafen. Vom Vorjahres-Siebten der Bundesliga, bei dem auch der Ex-FCM-Kicker Tim Siersleben zum Einsatz kam, ließen sich die Hausherren förmlich überrumpeln.

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Spieler waren nicht auf einem Level

Schon nach drei Minuten traf Omar Marmoush die Latte. Admir Mehmedi erzielte dann die verdiente Führung (9.). Nach einem Foul von Leon Bell Bell an Felix Klaus gab es nur drei Minuten später einen Elfmeter, den Daniel Ginczek verwandelte. „Wir dürfen das nicht so verschlafen“, ärgerte sich Innenverteidiger Korbinian Burger, der in der 4-4-2-Grundformation neben Jürgen Gjasula der einzige Spieler war, der durchspielte. Auch Coach Thomas Hoßmang kritisierte: „Wir brauchen elf Mann, die auf einem Level spielen. Das war am Anfang nicht gegeben. Deswegen haben wir die frühen Gegentore kassiert. Darüber müssen wir sprechen.“

Nur eine Minute nach dem zweiten VfL-Tor bewiesen die Magdeburger dann aber auch, was gut klappte: die Umschaltsituationen. „Das sah nicht verkehrt aus, da hatten wir gute Momente“, sagte Hoßmang und meinte auch den 1:2-Anschlusstreffer von Beck, der einen schnellen Angriff nach Vorarbeit von Luka Sliskovic mit einem Lupfer über den Wolfsburger Keeper Lino Kasten veredelte.

FCM trifft falsche Entscheidungen

Abgesehen von den beiden weiteren Gegentreffern der Gäste durch Ginczek (19.) und Mehmedi (64.) verteidigte der FCM folglich besser. Die Gastgeber standen höher und waren couragierter. „Die Art und Weise war dann okay“, meinte Hoßmang. „Wir haben kompakt gestanden und ordentlich verschoben.“ Der Trainer hielt aber im gleichen Atemzug auch fest: „In der zweiten Hälfte waren wir zu passiv.“ Weshalb sich der FCM keine weitere Chance herausspielte.

„Wir haben in einigen Phasen falsche Entscheidungen getroffen“, sagt der Trainer, der hofft, dass das im Pokalspiel nicht mehr so häufig vorkommt. Und, dass sein Team dann von noch mehr Fans unterstützt wird.

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