Magdeburg l Seinen ersten Startelfeinsatz für den 1. FC Magdeburg seit Juli hat sich Leon Bell Bell sicherlich ganz anders vorgestellt. Beim Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken verursachte der Linksverteidiger bereits nach drei Minuten einen Elfmeter, der die 1:2 (1:1)-Niederlage einleitete. Der zwischenzeitliche Ausgleich von FCM-Neuzugang Saliou Sané (45.) reichte aufgrund des Doppelpacks von Sebastian Jacob (3./57.) nicht zu Punkten.

Damit enden gleich zwei Serien. Der Aufsteiger aus Saarbrücken holt nach sieben sieglosen Spielen wieder drei Punkte. Und der FCM geht nach zuvor fünf ungeschlagenen Partien (vier Remis) wieder als Verlierer vom Platz. Womit der Fehlstart ins Jahr 2021 mit einem Punkt aus zwei Heimspielen besiegelt ist.

Neben Bell Bell rutschten auch die Neuzugänge Sané und Nico Granatowski in die Startformation und sollten anstelle von Christian Beck und Sören Bertram für mehr offensive Durchschlagskraft sorgen sollten. Der frühe Rückstand – Jacob verwandelte den Foulelfmeter (4.) – bremste die Magdeburger auf dem Weg nach vorn aber sichtlich aus. Gefährlich wurde es erstmals, als Glück im Spiel war. Nach zehn Minuten wurde ein Schuss von Thore Jacobsen aus gut 20 Metern abgefälscht und krachte an die Latte.

Der FCM rannte folglich zwar mit hoher Einsatzbereit an, es fehlten aber wieder einmal die Ideen. Bis der aufgerückte Rechtsverteidiger Dominik Ernst plötzlich freistehend vor dem Tor auftauchte und eine Flanke von Raphael Obermair knapp über das Tor spitzelte (28.).

Die Gastgeber zeigten sich offensiv etwas verbessert. Vor allem Granatowski riss das Angriffsspiel immer wieder an sich, vergab aus spitzem Winkel eine weitere FCM-Chance (35.). Und auch Sané wurde gut eingebunden und war kurz vor dem Pause auch für den verdienten 1:1-Ausgleich zuständig (45.). Der Stürmer verwandelte ebenfalls einen Strafelfmeter, nach dem Breitenbach Obermair zu Fall brachte.

FCM fehlt nach Rückstand die Entschlossenheit

Nach dem Seitenwechsel investierten die Gäste wieder mehr. Der FCM fand kaum Entlastung, bolzte die eroberten Bälle nur planlos nach vorn. Weshalb Saarbrücken dran blieb, drei Ecken hintereinander herausholte und die dritte zum 2:1 nutzte (57.). Die Hereingabe von Timm Golley drückte Jacob über die Linie, der nach zuvor sechs Spielen ohne Tor seinen Doppelpack schnürte.

Erneut liefen die Magdeburger einem Rückstand hinterher, erneut steckten sie nicht den Kopf in den Sand. Und nährten sich durch relativ harmlose Distanzschüsse von Bell Bell (60.) und Granatowski (61.) dem Ausgleich zumindest an. Doch dem Kellerkind fehlte die Entschlossenheit.

Mit der Einwechselung von Bertram für Bell Bell (72.) richtete Blau-Weiß sein Spiel noch offensiver aus. Die Saarbrücker lauerten indes auf Konter, hatten schon kurz zuvor durch Jacob eine weitere Großchance. Doch der Stürmer stand nach Flanke von Nicklas Shipnoski knapp im Abseits.

Der Gastgeber drückte in den Schlussminuten auf den Ausgleich und spielte sich gleich sieben Eckbälle heraus, von denen allerdings kein einziger für wirkliche Gefahr sorgte. Als der eingewechselte Beck eine Bertram-Flanke auf Granatowski verlängerte, vergab dieser aus kurzer Distanz die größte Möglichkeit der Schlussphase (84.).

In der vierminütigen Nachspielzeit warf die Hoßmang-Elf noch einmal alles nach vorn, doch die Gäste verteidigten stark und hatten immer einen Fuß dazwischen. Und durch Marcus Mendler sogar noch eine weitere Chance.