Magdeburg l Michael Oenning hatte keine große Lust auf Erklärungen. Nach dem 0:1 gegen Darmstadt war der Trainer des 1. FC Magdeburg bedient. Von den emotionalen Hochgefühlen nach dem 2:1-Erfolg beim Hamburger SV war nicht mehr viel zu spüren. Im Gegenteil: Der FCM ist ganz hart gelandet. Denn besonders die Art und Weise der Niederlage frustrierte Trainer Michael Oenning.

Immer wieder Standards

„Wir haben zum wiederholten Mal durch einen Standard einen Gegentreffer kassiert. Da fehlen mir die Worte“, klagte der Trainer. Marcel Heller war es, der die Gäste in der 87. Minute jubeln ließ. Für den FCM war es nach dem 1:3 im Hinspiel und dem 0:1 im DFB-Pokal bereits die dritte Niederlage gegen Darmstadt in dieser Saison.

Dabei hatte der Club den Gegner eigentlich im Griff, hatte mehr Spielanteile und auch die besseren Chancen – durch Felix Lohkemper (14./45.) und Marius Bülter (31./60.). „Wir haben 85 Minuten sehr viel Aufwand betrieben, dürfen niemals diese Partie verlieren. Dann muss die Null einfach stehen“, ärgerte sich Oenning.

FCM ist zu Hause zu harmlos

Es war nicht das erste Mal, dass der FCM in einem Heimspiel enttäuschte. Zu Hause steht in dieser Saison weiterhin nur ein Sieg zu Buche – das 1:0 gegen Aue. Zwölf Punkte aus 15 Heimspielen entsprechen der Bilanz eines Absteigers. Zur Einordnung: Kaiserlautern stieg in der Vorsaison mit 19 Heimpunkten als Letzter ab.

Dabei wollte der Club gerade in der MDCC-Arena die Grundlagen für den Klassenerhalt legen. „Es ist eine Katastrophe, dass wir wieder kurz vor Schluss das Spiel aus der Hand gegeben haben“, sagte Mittelfeldspieler Rico Preißinger.

FCM nutzt Chance nicht

Auffällig ist: Immer dann, wenn der FCM eine Chance hat, sich von der Konkurrenz abzusetzen oder die Lücke auf die Mannschaften vor ihm zu schließen, verliert er. Das war nach der starken Serie zu Beginn des Jahres, als es 0:1-Niederlagen in Duisburg und gegen Sandhausen setzte; das war jetzt gegen Darmstadt so. „Das ist sehr unglücklich und richtig schwer zu verkraften“, sagte Marius Bülter. „Wir haben wieder eine große Chance vergeben, uns von den direkten Abstiegsplätzen abzusetzen.“

Linksverteidiger Timo Perthel, einer der weniger Lichtblicke gegen Darmstadt, hatte eine Erklärung parat, warum es gegen Darmstadt nicht zu einem Erfolgserlebnis gereicht hat: „Wir müssen uns besser und aggressiver Torchancen herausarbeiten. Das hat nicht funktioniert, den Vorwurf müssen wir uns machen.“

Damit sprach Perthel ein große Problem des FCM gerade in Heimspielen an. In den 15 Partien vor eigenem Publikum erzielte die Oenning-Truppe nur magere 13 Tore. Wieder der Lautern-Vergleich: Die trafen voriges Jahr 18 Mal daheim.

In der Offensive hakt es beim FCM

Gerade gegen defensiv eingestellte Gegner wie Darmstadt sind es aber genau jene Torerfolge, die dem FCM helfen würden, um das eigene Spiel besser auszuziehen. Da aber in der Magdeburger Offensive die Null stand, konnte sich Darmstadt vornehmlich aus das Verteidigen konzentrieren. Der Club fand keine Lücken, spielte zu langsam und unkreativ nach vorne. Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Philip Türpitz war das Offensivspiel nur noch ein laues Lüftchen.

So gut der FCM in der Defensive im Jahr 2019 steht, so oft hat das Team in der Vorwärtsbewegung Probleme, sich entscheidend durchzusetzen. „Es war einfach ganz, ganz schlecht“, brachte es Innenverteidiger kurz und knapp auf den Punkt. „So wie wir gegen Darmstadt gespielt haben, reicht es einfach nicht.“

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