Magdeburg l Mit einem unguten Gefühl verließ Thore Jacobsen Anfang Juli den 1. FC Magdeburg. „Auch wenn die Saison nicht gut war, hatte ich verdammt viele schöne Momente hier. Ich war traurig, als ich gehen musste“, sagte der Leihspieler von Werder Bremen. Verstärkt wurde seine negative Gefühlslage dann noch, als er beim Bundesligisten gesagt bekam, dass er nicht für den Profikader vorgesehen und eine erneute Leihe des 23-Jährigen geplant ist.

So führte er Gespräche mit anderen Vereinen – aus der zweiten Liga und sogar aus dem Ausland – entschieden hat sich der Mittelfeldspieler aber für eine erneute einjährige Leihe zum Drittligisten FCM. „Ich wusste, was ich hier bekomme, und konnte in mein gewohntes Umfeld zurück“, bestätigt Jacobsen, dass er nicht lange überzeugt werden musste.

Seine alte Wohnung konnte er trotz nur gut dreimonatiger Magdeburg-Abstinenz aber nicht wieder beziehen. Die hatte er schon vor der Corona-Pause in der Vorsaison im März aufgegeben. Für die restlichen zwölf Drittliga-Spieltage von Ende Mai bis Anfang Juli wohnte er beim Teamkollegen Dominik Ernst. „Dodo“ ist einer der Spieler, zu dem der Kontakt nie abriss. Mit Sören Bertram, Christian Beck oder Tobias Müller stand Jacobsen ebenfalls noch oft im Austausch.

Positive Resonanz der Fans freut Jacobsen

Und auch bei den Fans kam die Rückkehr, die den Linksfuß nach den ungewissen Wochen in Bremen „umso mehr freut“, sehr gut an. In den sozialen Medien gab es ausschließlich positive Resonanz. „Ich habe die Kommentare und Nachrichten der Fans wahrgenommen“, sagte Jacobsen und lächelte wohlig. „Ich wurde sehr warm empfangen. Es freut mich, dass ich mir in einem Jahr hier so einen Stellenwert aufgebaut habe. Das gibt Selbstvertrauen.“

Und das hat er in seinem ersten Einsatz in der aktuellen Saison gleich genutzt. Coach Thomas Hoßmang setzte den Norddeutschen beim Auswärtspiel bei 1860 München am Sonnabend (1:1) von Beginn an ein und er spielte 90 Minuten durch. „Es hat mich gefreut, in der Startelf zu stehen“, sagt Jacobsen, weiß aber auch, dass sein Einsatz von der Gelb-Rot-Sperre von Adrian Malachowski begünstigt war.

Stärken bislang in der Defensive

Dennoch: Obwohl Jacobsen erst seit dem 17. September beim Team ist, ein Einsatz beim Heimspiel gegen Halle zwei Tage später noch zu früh kam, fügte er sich in München schon gut ein. Ohne groß aufzufallen. Was künftig nach seinem Geschmack anders sein soll: „Ich möchte auf jeden Fall mehr Torgefahr ausstrahlen und mehr Vorlagen sammeln“, berichtet der 1,82 Meter große Blondschopf, der in diesem Bereich bis auf sein wichtiges Tor in Ingolstadt am vorletzten Spieltag in der Vorsaison blass blieb. Seine Stärken hatte Jacobsen in der Defensive. Er betont: „Ich will das Zweikampfverhalten nicht vernachlässigen und weiterhin ein ekliger Gegenspieler sein, aber halt auch offensiv mehr gestalten. Das hat mir in der Vergangenheit immer gefehlt.“

Wird der Abräumer jetzt also auch zum Spielgestalter? Das wird er in den kommenden Monaten unter Beweis stellen. Schafft Jacobsen das, sollte er aus dem Kader kaum wegzudenken sein, war er doch trotz großer Konkurrenz schon im Vorjahr mit 32 Einsätzen für den FCM ein Stammspieler. „Mein Ansporn ist es, jede Woche in der Startelf zu stehen“, bekräftigt er.

Den Blau-Weißen will er so dabei helfen, künftig besser aufzutreten. Auch wenn Jacobsen sagt, dass der FCM in München kämpferisch zugelegt habe, sieht er noch Luft nach oben, was den spielerischen Aspekt angeht. Das soll beim Heimspiel gegen Viktoria Köln am Sonnabend besser aussehen. „Wir wollen spielerisch als Team mehr aufziehen und beispielsweise die Bälle auch mal lang hinter die Kette spielen, damit sich der Gegner schwerer auf uns einstellen kann.“ Ideen für die Offensive hat Jacobsen also, jetzt geht es darum, diese auch umzusetzen.