Magdeburg l An die beim 1. FC Magdeburg momentan regelmäßig anstehenden Corona-Tests wird sich Sebastian Jakubiak wohl nie gewöhnen. „Bei diesen Tests wird das Stäbchen in den Rachen und durch die Nase eingeführt. Das ist schon etwas unangenehm“, betont er.

Drei Corona-Testreihen in sechs Tagen

Wegen des vor rund einer Woche positiv getesteten Spielers musste die Mannschaft in den vergangenen sechs Tagen gleich drei Testreihen überstehen. „Das ließ sich nun mal nicht vermeiden. Gut ist, dass sonst niemand mehr infiziert hat“, sagt Sebastian Jakubiak.

Und so sehr er sich über die unangenehmen Seiten der Corona-Tests ärgert, so sehr freut er sich, dass er jetzt endlich mit den Teamkollegen auf dem Rasen stehen kann. Sollte auch der heutige vierte Test negativ ausfallen, könnte der Club wieder ganz regulär trainieren. „Der Start war nicht einfach, weil wir nach der ersten Einheit und dem positiven Test tagelang zu Hause bleiben mussten“, sagt er.

Jakubiak sucht noch eine Wohnung

Deshalb musste Jakubiak auch seine Pläne bezüglich einer neuen Wohnung in Magdeburg erst mal verschieben. „Ich wohne noch im Hotel, hoffe aber darauf, in der kommenden Woche umziehen zu können“, erzählt er. „An der Elbe ist es sehr schön, ich muss dort aber nicht zwingend wohnen. Wichtig ist mir, dass ich mich wohlfühle. Das kann auch etwas weiter außerhalb sein.“

Nach seinem Wechsel vom niederländischen Erstligisten Heracles Almelo will sich Jakubiak jetzt so schnell wie möglich beim FCM einleben. „Ich bin sehr herzlich aufgenommen worden, habe hier insgesamt ein gutes Gefühl“, sagt er.

Hohe Erwartungen an den Neuzugang

Klar ist: Die Erwartungen an den Neuzugang sind hoch. „Sebastian ist topfit, das hat der Laktattest bestätigt. Man sieht in den Spielformen, was er mit dem Ball kann“, sagt FCM-Trainer Thomas Hoßmang. Und: „Er hat Tempo, Tiefgang und kann viel laufen. Ich glaube aber auch, dass er ein Spieler ist, der viel Vertrauen braucht. Mit seinen Qualitäten soll er die Mannschaft fußballerisch führen, ohne das er der große Lautsprecher auf dem Platz ist.“

Wichtig wird auch sein, dass der Neuzugang die Umstellung von der niederländischen ersten Liga auf die 3. Liga in Deutschland meistert. Schließlich gab es beim FCM mit Andreas Ludwig einen Spieler, der 2017 ebenfalls aus den Niederlanden vom FC Utrecht nach Magdeburg kam, sich aber nicht durchsetzen konnte und den Verein nach einem Jahr wieder verließ. Deshalb sagt Hoßmang: „Sebastian muss die 3. Liga annehmen. Er muss akzeptieren, dass er hier sicherlich etwas anders behandelt wird, dass er auch mal auf die Socken bekommt. Aber ich bin davon überzeugt, dass er für uns sehr wertvoll sein kann.“

In der Mittelfeldzentrale am stärksten

Jakubiak selbst sieht sich in der Mittelfeldzentrale am stärksten, will mit seiner spielerischen Qualität zum Erfolg des Teams beitragen. „Ich habe zwar auch schon auf den Flügeln gespielt, kann mich aber am besten zentral auf der Sechs oder Acht einbringen“, sagt er.

Neben der Integration in die Mannschaft und der Fitness gibt es für Hoßmang aber einen weiteren Faktor, den es jetzt in der Vorbereitung zu beachten gilt: „Wir müssen gucken, dass wir Sebastian verletzungsfrei durchbekommen. Es gilt, die Belastung in den kommenden Wochen gut zu steuern.“

Pech mit Verletzungen in Almelo

Die Befürchtungen des Trainers kommen nicht von ungefähr. Denn Sebastian Jakubiak hat schwere Jahre hinter sich, in denen er von Verletzungen gebeutelt wurde. 2017 wechselte er vom Regionalligisten SV Rödinghausen, dort spielte er mit Ex-FCM-Stürmer Marius Bülter zusammen, in die Niederlande zu Heracles Almelo. „Ich war zunächst beim Probetraining, bekam dann die Zusage. Mit diesem Wechsel habe ich mir einen Traum erfüllt. Ich war der glücklichste Mensch der Welt“, schwärmt er.

Doch die Freude hielt nicht lange an: Bereits in der Vorbereitung musste er den ersten Rückschlag verkraften, fiel wegen einer Knöchelverletzung aus. „Ich war zwei Monate außer Gefecht, habe mich aber zurückgekämpft. Leider hat mich ein Jahr danach eine weitere Verletzung gestoppt“, erinnert er sich.

Mehr als ein Jahr, von August 2017 bis Oktober 2018, musste Jakubiak wegen eines Kreuzbandrisses pausieren. „Das war eine harte Zeit, weil ich zuvor noch nie so lange verletzt war. Ich bin aber ein Kämpfer und gebe nie auf“, betont er. Sein letztes Spiel absolvierte er am 23. März beim 1:0 gegen Ajax Amsterdam.

Dolmetscher für Adrian Malachowski

Beim FCM ist er unterdessen nicht nur auf dem Rasen, sondern auch als Dolmetscher für den polnischen Neuzugang Adrian Malachowski gefordert. Und Jakubiak kann helfen: Er wurde zwar in Lübeck geboren, seine Familie kommt aber aus Danzig (Polen) und wohnt dort auch. Dort verbringt er deshalb jeden Sommer seinen Urlaub. „Ich habe mit Adrian gesprochen, habe ihm gesagt, dass er immer zu mir kommen kann“, verrät Jakubiak. „Wir wollen als Team erfolgreich sein, da gehört das einfach dazu.“

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