Magdeburg/Würzburg l Mario Kvesic musste tief durchatmen. Das lag zum einen an dem Mund- und Nasenschutz, den die Spieler des 1. FC Magdeburg nach dem Abpfiff tragen müssen, und der das Atmen zeitweise erschwert. Zum anderen zeigte es aber auch, dass der Spielmacher nach einer guten Leistung beim 1:0 des FCM in Würzburg endlich einmal innehalten konnte.

„Ich bin sehr stolz, ein Teil dieser Mannschaft sein zu dürfen. Wir haben alles für den Sieg gegeben, auch wenn der Gegner diesmal die besseren Chancen hatte“, sagt Kvesic. „Ich hoffe, dass wir bis zum Saisonende weiter so spielen, um die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen.“

Starke Leistung hinter Doppelspitze

Und der 28-Jährige selbst war es, der einen entscheidenden Anteil am Dreier in Würzburg, dem ersten FCM-Auswärtssieg im Jahr 2020, hatte. Hinter den Spitzen war er sehr präsent, suchte immer wieder den Torabschluss. „Mario war in den vergangenen Trainingseinheiten sehr fokussiert und diszipliniert“, sagt FCM-Trainer Claus-Dieter Wollitz. „Vor der Corona-Pause hatten wir ein Gespräch, weil wir unterschiedlicher Meinung waren, wie seine Position interpretiert werden soll.“

Während Wollitz den 28-Jährigen offensiv hinter den Spitzen sieht, ließ sich Kvesic immer wieder fallen und spielte aus dem defensiven Mittelfeld lange Pässe. Doch dieser Konflikt scheint beigelegt zu sein. Gegen Kaiserslautern und auch in Würzburg war Kvesic deutlich häufiger im Vorwärtsgang als zu Beginn des Jahres. Entsprechend zufrieden ist Wollitz: „Momentan interpretiert Mario das fantastisch zwischen den Ketten des Gegners.“

Kvesic schlägt FCM-Ecken

Außerdem ist er der Mann für die Standardsituationen: Mit einem gezielten Eckstoß bereitete der Bosnier in der 38. Minute den Treffer von Tobias Müller vor. Für Kvesic war es das Ende einer langen Durststrecke. Denn die Vorlage in Würzburg war erst die zweite in dieser Saison, zuvor gab er beim 1:1 gegen Mannheim am 31. Juli 2019 einen Assist.

Zwischen diesen beiden Erfolgserlebnissen lag für ihn eine schwierige Zeit, geprägt von Verletzungen und Selbstzweifeln. Nach einer guten Sommervorbereitung wollte Kvesic, der vom Zweitligisten Erzgebirge Aue kam, in Magdeburg eigentlich durchstarten. Doch zunächst machte ihm eine Fußverletzung, dann eine Leistenoperation zu schaffen. Mit dem neuen Jahr, unter dem neuen Trainer Claus-Dieter Wollitz dann der nächste Neustart. Doch so richtig kamen beide anfangs nicht zusammen, Kvesic spielte nur selten vor der Corona-Pause, musste dreimal in Folge auf der Tribüne Platz nehmen. Insgesamt stehen bisher erst elf Saisonspiele auf der Habenseite.

Zweifel während der Corona-Pause

Mario Kvesic kam deshalb ins Grübeln und nutzte die Pause, um seine Gedanken zu sortieren. „Jede Krise ist auch eine Chance. Ich habe viel nachgedacht, trainiert und an mir gearbeitet. Ich bin zufrieden, dass die Richtung mittlerweile wieder stimmt“, sagt er.

Der Mittelfeldspieler will das Heimspiel am Freitag (19 Uhr) gegen den KFC Uerdingen, er will den Saison-Endspurt jetzt nutzen, um den FCM-Verantwortlichen zu zeigen, dass sie mit seiner Verpflichtung im vergangenen Sommer richtig lagen. Schließlich geht es für ihn ganz persönlich in den kommenden Wochen um sehr viel, da sein Vertrag am 30. Juni ausläuft.

Vertrag läuft im Juni aus

Die kommenden Partien werden demnach darüber entscheiden, ob und wie es für ihn in Magdeburg weitergeht. „Ich möchte mich jetzt bestmöglich präsentieren und hoffe, dass wir als Mannschaft die Saison gut beenden werden. Das steht für mich über allem“, betont Kvesic. „Deshalb habe ich dem Trainer noch mal ganz klar gesagt, dass er auf mich zählen kann. Ich werde alles geben für die Mannschaft und den Verein.“

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