Zwickau l Nach zuletzt sechs Drittliga-Partien gegen den FSV Zwickau ohne Sieg hatte der 1. FC Magdeburg diese Statistik am 13. Spieltag der aktuellen Saison beendet und auswärts bei den Sachsen mit 1:0 (0:0) gewonnen. Viel wichtiger: Damit machen die Magdeburger einen ersten Schritt aus dem Tabellenkeller. Dem Drittliga-Kellerduell fehlten lange die Höhepunkte. Kurz vor der Pause hatte der FCM noch Glück, nach dem Seitenwechsel gingen die Gäste durch einen Distanz-Hammer von Andreas Müller (72.) in Führung und retteten das Ergebnis letztlich über die Zeit.

In seiner Startelf setzte FCM-Coach Thomas Hoßmang auf Erfahrung und baute nach ihren Sperren wieder auf Dominik Ernst und Jürgen Gjasula. Im 3-4-3-System sollte derweil wieder das Offensivtrio Christian Beck, Sirlord Conteh und Luka Sliskovic wirbeln, das bereits beim 1:1 gegen Rostock zuvor überzeugte.

Auch gegen Zwickau startete der FCM mit viel Ballbesitz und guter Körpersprache, musste aber schon nach zwei Minuten einen Schock überstehen. Conteh verletzte sich ohne Gegnereinwirkung. Er spielte zwar noch kurz weiter und hatte auch die erste, aber harmlose FCM-Chance (9.), musste jedoch kurz danach runter und wurde von Sören Bertram ersetzt.

Offensiv präsenter wurden die Gäste aber auch mit dem 29-Jährigen nicht. Chancen blieben auf beiden Seiten rar. Und wenn sich der FCM dem Tor annäherte wie bei einem Kopfball von Beck nach Ernst-Flanke (26.), dann nur harmlos. Beide Teams wollten in diesem wichtigen Kellerduell nicht zu viel riskieren und standen defensiv sehr sicher.

Für den FCM wurde es anschließend noch bitterer: Mit Sliskovic musste schon der zweite zuletzt starke Offensivspieler ohne Gegnereinwirkung raus. Zeigten sich da die Strapazen der englischen Woche? Jedenfalls musste Hoßmang nach 32 Minuten erneut wechseln und brachte Kai Brünker. Die größte Chance des Spiels hatte dann der FSV kurz vor der Pause, als nach einer Ecke und einem Kopfball von Marco Schikora die Zwickauer noch einmal nachsetzten und letztlich Kapitän Beck auf der Linie klärte (45.).

In die zweite Hälfte startete der FCM zwar mit Druck, entwickelte aber weiter keine Torgefahr. Bei Angriffen der Gastgeber waren die Blau-Weißen aber auf der Hut, beispielsweise als Thore Jacobsen als letzter Mann gut gegen Manfred Starke klärte (56.). Die Magdeburger hatten dann ihre erste Chance, als Gjasula einen Freistoß von der linken Seite aufs Tor zirkelte und FSV-Torwart Johannes Brinkies prüfte (62.). Besser wurde das zerfahrene Drittliga-Spiel dadurch aber auch nicht.

FCM-Tor aus dem Nichts

Doch das bekam - aus dem Nichts - einen Höhepunkt. Der FCM kombinierte sich nach vorn und Brünker legte für Andreas Müller ab. Der Mittelfeldmann zog aus gut 20 Metern ab und hämmerte den Ball zum 1:0 für den FCM in den linken Knick (72.). Danach wurden die Magdeburger etwas aktiver, Müller setzte einen weiteren Schuss über das Tor (78.).

Doch auch Zwickau erhöhte den Druck und hatte durch Ronny König (84.) eine riesige Chance. Der Kopfball des routinierten Stürmers ging allerdings nur an die Latte - Glück für den FCM. Und das Zittern um die drei Punkte ging bis zum Schlusspfiff weiter, doch der FCM rettete das knappe Ergebnis letztlich über die Zeit.