Magdeburg l Zunächst noch stand Thomas Hoßmang beim Auftakttraining – fast etwas teilnahmslos – daneben. Der Coach des 1. FC Magdeburg beobachtete. Mit den Händen in die Hüfte gestemmt. Und der Basecap tief im Gesicht. So richtig aufgetaut ist er dann erst, als die einzelnen Trainingsgruppen mit je fünf oder sechs Spielern, bei denen zunächst Dribbling und Doppelpässe auf dem Programm standen, zu ihm kamen. Er betreute die Übung mit Flanken und Torabschluss.

Und dabei wurde viel gelacht. Hoßmang neckte die Spieler, wenn sie nicht trafen. Spornte sie aber auch an, kommunizierte viel.

Demütig sein, leidenschaftlich arbeiten

Was die Kommunikation nach außen angeht, haben sich die Offiziellen des 1. FC Magdeburg in diesem Jahr allerdings für einen anderen Weg entschieden. Um keine zu große Erwartungshaltung zu schüren, wurden die Saisonziele eher verhalten formuliert. „Wir wollen demütig sein, aber leidenschaftlich arbeiten“, stellte Geschäftsführer Mario Kallnik klar.

Eine neue Demut also beim FCM. Denn im Vorjahr sah das noch etwas anders aus, als Kallnik nach dem Zweitliga-Abstieg erst eine Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse binnen drei Jahren ankündigte, wenig später hieß es dann so schnell wie möglich.

Es geht um Existenzsicherung

Doch vor allem die Vorsaison habe gelehrt, dass die 3. Liga eine „knüppelharte Profiliga“ sei. „Da geht es um die Sicherung der Existenz“, betont Kallnik nun und ergänzt deshalb: „Wir sind immer ehrgeizig, aber das erste Ziel ist, die 46-Punkte-Marke so schnell wie möglich zu erreichen. Das ist das Fundament. Erst wenn wir diese Marke erreicht haben, können wir über weitere Ziele sprechen.“

Doch Kallnik sprach bewusst von einer Basis. Denn mit den 47 Punkten in der Vorsaison musste arg gezittert werden. Wenn diese Marke also in der Saison 2020/21 eher erreicht wird, „umso besser“.

Dabei wird es auch darauf ankommen, wie sich die neuen Spieler in die Mannschaft integrieren. Wer von ihnen das Potenzial hat, der Mannschaft am meisten zu helfen, wer Stammspieler oder gar Leitwolf werden könnte, wollte Kallnik nicht kommentieren. „Wir wollen nicht so viel reden, sondern handeln“, betonte der Geschäftsführer.

Kallnik arbeitet eng mit Trainern zusammen

So wie es die Verantwortlichen auch in der Vorbereitung getan haben. Bei der Kaderplanung arbeitete Kallnik, der nach dem Abgang von Maik Franz auch sportlicher Leiter ist, sehr eng mit dem Trainerteam zusammen. „Dabei galt der Grundsatz, dass ein Spieler erst dann verpflichtet wurde, wenn wirklich alle dahinter standen.“

Und das war bei den zehn Neuzugängen der Fall. Wobei auch intensiv „der europäische Markt gesichtet“ wurde, sagt Kallnik, und erklärt damit die Transfers von Adrian Malachowski (Polen), Sebastian Jakubiak (Niederlande) oder Luka Sliskovic (Schweiz). Dazu verwies er auch auf die U-23-Regel. Weil die Drittligisten immer vier U-23-Spieler im Kader haben müssen, wurden entsprechend auch einige junge Spieler zum FCM gelotst.

Neue Spieler lassen sich entwickeln

Das Durschnittsalter der zehn externen Neuzugänge liegt gerade einmal bei 22,9 Jahren. Was Coach Thomas Hoßmang als ehemaligem NLZ-Leiter zusagt: „Wir können alle Spieler weiterentwickeln. Sie verfügen über eine gute Mentalität.“ Kallnik sieht den Kader fast komplett. „Nur eine Planstelle ist noch offen.“ In welchem Mannschaftsteil noch Bedarf besteht, soll allerdings erst die Vorbereitung zeigen.

Diese startete gestern also mit einer Einheit, bei der in der gellenden Hitze eher der Spaß im Vordergrund stand. Und bei der bis auf die individuell trainierenden Dominik Ernst und Philipp Harant sowie Sliskovic, dem zusätzlicher Urlaub gestattet wurde, alle dabei waren. Sogar Sören Betram, der seinen Schlüsselbeinbruch nahezu komplett auskuriert hat, sich in Zweikämpfen aber noch schonen soll.

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