München l Im starken Münchner Schneetreiben drohte sogar kurzzeitig der Abbruch, doch letztlich ging das erste Spiel von Christian Titz als Cheftrainer des 1. FC Magdeburg über die Bühne.

Punkte gab es dabei zwar nicht, doch die 1:2 (1:2)-Niederlage bei Türkgücü München kann die Fans des abstiegsbedrohten Drittligisten durchaus positiv stimmen für den Abstiegskampf. Schon drei Tage nach seiner Verpflichtung ließ sich die Handschrift von Titz beim Vorletzten klar erkennen. Der FCM begegnete Türkgücü auf Augenhöhe, doch konnte sich nicht von einem frühen Doppelpack von Türkgücü-Stürmer Lucas Röser (6./12.) erholen. An der Gründwalder Straße kam der engagierte FCM durch Rückkehrer Jürgen Gjasula nur noch zum Anschluss.

Und schon mit der Aufstellung des 35-Jährigen setzte Titz ein kleines Ausrufezeichen. Denn Gjasula, der unter dem zurückgetretenen Ex-Coach Thomas Hoßmang zuletzt sieben Mal in Folge nicht im Kader stand, ersetzte im Mittelfeld den gelbgesperrten Thore Jacobsen. Dazu rückten im neuen 4-2-3-1-System auch Sören Bertram und Korbinian Burger in die Startelf.

Doch der Start in das Auswärtsspiel verlief für den FCM überaus bitter. Zunächst fälschte Brian Koglin einen Ball von Lucas Möser unhaltbar für Morten Behrens ab zum 0:1 (6.). Wenig später stellte der Münchner Stürmer sogar auf 2:0 für Türkgücü (12.). Möser hielt bei einer flachen Hereingabe seinen Fuß hin und schockte das Kellerkind.

Titz redet Mannschaft gut zu

Doch Titz redete seiner neuen Mannschaft sofort gut zu. Und die Magdeburger kamen schnell zum Anschluss. Nach einem Foul von Türkgücü-Keeper René Vollath an Sören Bertram entschied Schiedsrichter Tom Bauer auf Strafstoß. Und diesen verwandelte Gjasula mit einem Flachschuss in die linke Ecke gewohnt souverän – das Spiel war nach dem 1:2 (16.) aus Magdeburger Sicht wieder offen.

Gegen konterstarke Münchner wackelte in der restlichen ersten Hälfte die FCM-Abwehr zwar immer mal wieder, durch Sebastian Jakubiak gab es aber auch eine weitere gute Chance für die Gäste. Der Mittelfeldmann scheiterte nach Zusammenspiel mit Sören Bertram aus kurzer Distanz (33.).

Zur zweiten Hälfte brachte Titz mit Andreas Müller und Sirlord Conteh frischen Wind. Die Magdeburger gingen früh drauf und hatten viel Ballbesitz. Sie gaben gegen das Team aus der oberen Tabellenhälfte über weite Strecken den Ton an. Die erste gute Chance der zweiten Hälfte ließ nicht lange auf sich warten. Nach Zuspiel von Bertram hämmerte Nico Granatowski die Kugel aus spitzem Winkel allerdings drüber (57.).

FCM anfällig für Konter

Doch in ihrer Druckphase waren die Gäste auch anfällig für Konter – wie in der 63. Minute, als Sercan Sararer frei durch war. Doch der pfeilschnelle Conteh lief ihn ab, verteidigte stark und hielt sein Team damit im Spiel. Danach allerdings wackelte die Defensive der Elbestädter häufiger und nach vorn gab es weniger Entlastung.

In der Schlussphase mussten sich beide Teams dann durch heftigen Schneefall kämpfen. Weil die Linien nicht mehr zu erkennen waren, musste das Spiel sogar gut zehn Minuten unterbrochen werden. Nach der Fortsetzung konnte kein Team mehr Akzente setzen. Andreas Müller sah noch Gelb-Rot (90.)