Magdeburg l Björn Rother ist in diesen Tagen besonders nachdenklich. Den Mittelfeldspieler des 1. FC Magdeburg beschäftigt seine persönliche Situation mehr als sonst. Denn die ist in der bisherigen Saison alles andere als positiv. Schließlich saß der 23-Jährige in drei der vergangenen vier Partien jeweils 90 Minuten draußen auf der Ersatzbank. „Die vergangenen Wochen waren für mich nicht so einfach“, gibt Rother zu. „Natürlich habe ich mich für die Mannschaft nach dem Sieg gegen Unterhaching gefreut. Die persönliche Situation ist aber trotzdem immer im Hinterkopf – und die ist nicht zufriedenstellend.“

Ein Platz im Mittelfeld ist frei

Bei aller Enttäuschung gibt es für den Mittelfeldspieler aber einen Hoffnungsschimmer: Da Rico Preißinger gegen Unterhaching seine fünfte Gelbe Karte gesehen hatte, ist am Sonnabend (14 Uhr) im Spiel bei der SG Sonnenhof Großaspach ein Mittelfeldplatz freigeworden. Trainer Krämer kündigte bereits an, dass die Entscheidung wahrscheinlich zwischen Laprévotte und Rother fallen wird. „Die Chancen stehen 50:50. Letztendlich wird unser Gefühl den Ausschlag geben, wer besser zu diesem Gegner passen könnte“, betont der Coach. Und: „Im Training war schon zu sehen, dass ein Platz frei ist und dass sich beide noch mehr als sonst reinhängen.“

Es ist sicherlich auch eine Frage, für welchen Spielertypen sich Krämer entscheiden wird. Laprévotte sei etwas ruhiger am Ball, Rother hingegen habe häufiger offensive Läufe in seinem Spiel. „Ein Startelf-einsatz würde mir Selbstvertrauen geben“, erzählt Rother.

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Harter Konkurrenzkampf

Für ihn muss sich die bisherige Saison wie eine Achterbahnfahrt anfühlen. Zu Saisonbeginn stand er beim 2:4 gegen Braunschweig in der Startelf, musste dann aber wegen einer Roten Karte dreimal aussetzen. Danach musste er sich erst mal hinten anstellen – schließlich ist die Konkurrenzsituation im Mittelfeld hart. Dort ringen neben Rother mit Jürgen Gjasula, Thore Jacobsen, Rico Preißinger, Charles Elie Laprévotte sowie dem momentan verletzten Mario Kvesic sechs Spieler je nach System um drei oder vier Plätze.

Trotzdem kämpfte sich Rother nach seiner Sperre Schritt für Schritt wieder zurück in die Startelf. Gegen Duisburg, Kaiserslautern (jeweils 1:1), Würzburg (3:0) und Uerdingen (0:0) stand er jeweils über die volle Distanz auf dem Rasen. Gjasula fiel in dieser Zeit verletzt aus.

In Köln wieder auf der Bank

Doch der nächste Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten. Vor dem 1:1 bei Viktoria Köln teilte ihm FCM-Trainer Stefan Krämer mit, dass er wieder auf die Bank muss und stattdessen Gjasula spielt. „Die Kombination mit Gjasula und Jacobsen hat uns zuletzt auch fußballerisch sehr gutgetan. Wir haben im Mittelfeld in dieser Saison einen großen Konkurrenzkampf. So etwas ist mir natürlich lieber, als wenn ich keine Auswahl hätte“, begründet der Trainer.

Die erneute Reservistenrolle machte Rother zu schaffen. „Es war ganz schwer, damit umzugehen. Ich habe in meinen zweieinhalb Jahren beim FCM sehr viel gespielt, deshalb ist es umso bitterer, wenn ich den Jungs jetzt nur zugucken kann“, sagt er. Und: „Die größten Vorwürfe mache ich mir selber, weil ich mich ständig frage, was ich besser machen kann. Natürlich beschäftigt einen so etwas.“

Für Rother wäre die Rückkehr in die Startelf deshalb jetzt ein wichtiges Signal. Schließlich läuft sein Vertrag am Saisonende aus, bis zur Winterpause stehen nur noch vier Partien auf dem Programm.

Rothers Vertrag läuft im Sommer aus

Wenig Zeit, sich noch mal zu empfehlen. „Es werden keine leichten Wochen. In der Weihnachtszeit habe ich ein bisschen Zeit, mir Gedanken zu machen“, betont Rother. „Gespräche werden sicherlich Anfang des Jahres geführt. Erster Ansprechpartner ist der FCM. Ich habe dem Club sehr viel zu verdanken.“

Sportlich gibt es für Björn Rother unterdessen nur einen Weg, damit er sich wieder ein bisschen wohler fühlt: „Ich will mich wieder in die Startelf kämpfen. Das ist das einzige Heilmittel, das mich ungemein pushen würde.“

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