Magdeburg l Die Gewissheit, dass Daniel Steininger seine bayerische Heimat vorerst verlassen hat, stellte sich ziemlich schnell ein. Nämlich dann, als er für sein Servus zur Begrüßung erst einmal verwunderte Blicke erntete. „Die Sprache und der Dialekt – daran muss ich mich erst einmal gewöhnen“, sagt Steininger und lacht, „es kam auf jeden Fall kein Servus zurück.“ Doch der 24-Jährige nimmt es gelassen, hat den Schritt aus Bayern heraus bewusst gewagt. „Für mich war es wichtig, mal rauszukommen und etwas anderes zu sehen“, sagt er. Achteinhalb Jahre spielte er für Greuther Fürth – ein Drittel seines Lebens. Jetzt aber heißt es: Ankommen in Magdeburg. „Zurzeit bin ich noch im Hotel, habe mir aber auch schon Wohnungen angeschaut. Ich hoffe, dass ich schnell etwas finde, damit ich mich hier richtig wohlfühlen kann.“

Seit wenigen Tagen gehört Steininger nun offiziell zum Kader des 1. FC Magdeburg. Der Drittligist hat ihn sowohl im Trainingslager in Spanien als auch hier vor Ort beobachtet, bevor die Entscheidung getroffen wurde. „Dass er dem zugestimmt hat, war nicht selbstverständlich“, sagt Trainer Claus-Dieter Wollitz zu der doch recht langen Zeitspanne, „denn Daniel hat als einziger zwei Tore in den Testspielen in Spanien erzielt. Ich habe es deshalb als sehr positiv empfunden, dass er sich noch einmal hier beim Club präsentiert hat.“

Probezeit als Win-Win-Situation

Bedenken hatte der FCM vor allem mit Blick auf Steiningers Fitness. Nach einem Meniskusschaden im Juli vergangenen Jahres musste er operiert werden. Drei Monate fiel er aus, den Anschluss zum Profi-Kader bei Greuther Fürth schaffte er nicht mehr. Vor diesem Hintergrund ist es für Steininger nachvollziehbar, wie der FCM vorgegangen ist. „Der Verein wollte sich einfach sicher sein. Umgekehrt ging es mir ja genauso. Ich wollte mir auch einen Eindruck von Magdeburg, den Trainingsbedingungen und der Umgebung machen. Es war also eine Win-Win-Situation“, sagt er.

Der gebürtige Passauer stand übrigens schon länger mit dem FCM in Kontakt. Im November traf er sich mit Sportchef Maik Franz und dem damaligen Trainer Stefan Krämer zum Kennenlernen. „Man hat ja so ein Bauchgefühl und meines hat gesagt, dass es passen könnte“, erzählt Steininger.

Quer-Verbindung zu Wollitz

Und das Gefühl ist immer noch da, obwohl mit Wollitz mittlerweile ein neuer Trainer in Magdeburg am Spielfeldrand steht. Aber zwischen den beiden gibt es sozusagen eine Quer-Verbindung. „Jan Koch ist Innenverteidiger bei Energie Cottbus, ich habe ihn dort ein halbes Jahr trainiert. Und er ist ein guter Freund von Daniel“, berichtet Wollitz. Und Steininger verrät: „Klar habe ich bei Jan mal nachgefragt, wir waren zusammen auf dem Internat in Fürth und sind immer noch in Kontakt. Er hat nur Positives erzählt.“

Inwiefern Wollitz mit einem Einsatz von Steininger am Sonnabend gegen Zwickau plant, bleibt abzuwarten. „Er muss Geduld haben und an die Mannschaft herangeführt werden. Aber eines ist klar: Er hat den Drang zum Tor – und diese Spieler brauchen wir.“

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