Magdeburg. Die Verantwortlichen des Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg haben nach dem dürftigen Saisonverlauf längst erkannt: Ohne weitere Verstärkungen wird es kaum gelingen, ein ernstes Wörtchen an der Spitze, das erklärte Ziel für 2011/12, mitzureden. Vor allem im Angriff hapert es, fehlt den Blau-Weißen, die am Sonntag (13.30 Uhr) Tabellenführer Chemnitzer FC in der MDCC-Arena empfangen, die Durchschlagskraft. Einer, der das ändern könnte, wäre Shergo Biran von Dynamo Dresden.

FCM-Manager Rüdiger Bartsch bestätigte gestern das Interesse an dem gebürtigen Berliner: "Ja, er steht bei uns auf der Liste, ohne dass wir jedoch konkreten Kontakt zu ihm aufgenommen haben."

Biran ist bekannt für seine Torgefährlichkeit, allerdings auch für viele Vereinswechsel (elf Clubs seit seinem Eintritt in den Herrenbereich im Jahr 1998, u.a. 2001/02 bei Altmark Stendal) – und mitunter für Ärger. Das war gerade in Dresden der Fall, nachdem sich der 31-jährige Neuzugang von Union Berlin schon kurz nach dem Saisonstart mit Dynamo-Coach Matthias Maucksch überworfen hatte, anschließend krankschreiben ließ und zurück in die Hauptstadt "floh".

Der Angreifer hat aber in Dresden noch einen Vertrag bis 2012, und das ist auch der Hauptgrund, warum der FCM derzeit keine Chance für einen Transfer sieht: "Wir brauchen uns gegenwärtig mit einem Drittligisten hinsichtlich einer fälligen Ablösesumme nicht an einen Tisch setzen. Das ist hypothetisch, weil nicht zuletzt unsere Zuschauerzahlen deutlich zurückgegangen sind. Wir müssen sehr vorsichtig mit unserem Geld umgehen", sagte Bartsch, betonte aber zugleich: "Dass wir im Angriff zu ausrechenbar sind und etwas tun müssen, ist keine Frage. Wenn also ein Shergo Biran plötzlich frei wäre, würden wir uns sicherlich um ihn bemühen. Wobei auch bei ihm die Prämisse gilt: Er muss fit sein und perspektivisch ins Team hineinpassen."