Magdeburg. Manager Rüdiger Bartsch vom Fußball-Regionalligisten 1. FC Magdeburg hatte in Bezug auf die Spiele gegen gleich drei Abstiegskandidaten den November als "Monat der Wahrheit" bezeichnet. Eine Antwort auf die Frage, ob der Club in dieser Zeit den Weg aus der Krise und Anschluss ans Mittelfeld findet, gab zumindest der erste Auftritt am Mittwoch (3:3 beim TSV Havelse) noch nicht.

"Was soll man dazu sagen? Das ist Fußball. Natürlich hätten wir uns das Spiel nach einer 2:0-Führung nicht mehr aus der Hand nehmen lassen dürfen. Am Ende muss man froh sein, dass es wenigstens noch zu einem Punkt gereicht hat", sagte Flügelflitzer Maik Georgi, der noch zu den besten Magdeburgern gehörte und das erste Tor erzielt und später den Elfmeter rausgeholt hatte. "Das ist für mich nicht so wichtig. Wenn ich schlecht gespielt, unser Team aber dafür gewonnen hätte, wäre mir das sogar lieber gewesen", so der 22-Jährige. Georgi erklärte, dass die 1:6-Klatsche gegen Chemnitz keine Rolle mehr gespielt habe: "Wir haben uns unmittelbar danach zusammengesetzt und die Begegnung komplett abgehakt."

Doch so ganz umsetzen konnte der FCM dieses Vorhaben in Havelse nicht. Nach der scheinbar sicheren 2:0-Führung sorgte der Anschlusstreffer für jede Menge Verunsicherung. Innerhalb von knapp zehn Minuten schlug es gleich dreimal ein. Jegliche Ordnung war verloren gegangen. Das 4:2 wäre vermutlich der endgültige K.o. gewesen, doch hier hatten die Elbestädter Glück, dass der Referee ein weiteres Gegentor von Kaya wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannte. Havelses Trainer Jürgen Stoffregen sprach hinterher von einer Fehlentscheidung: "Ein klares Tor, weil der Ball vorher noch abgefälscht wurde. Und dann ist das Ding im Sack."

Apropos Trainer: Mit lautstarken Protesten und permanenter Schiedsrichterkritik sorgte die Havelser Bank für eine vergiftete Atmosphäre. FCM-Coach Ruud Kaiser verärgert: "So etwas macht man nicht. Aber die kommen in der Rückrunde ja noch zu uns ..."

Sei‘s drum. In der Schlussphase riss sich der FCM noch einmal zusammen und kam zum späten, aber verdienten Ausgleich – und das in Unterzahl. Der bereits verwarnte Sebastian Sumelka hatte nach einem weiteren Foul Gelb-Rot gesehen. "Es spricht für unsere Moral, dass wir noch einmal zurückgekommen sind. Wir haben uns nie aufgegeben und immer an uns geglaubt", betonte Georgi, der sich aber verständlicherweise schwer damit tat, wie er dieses 3:3 nun letztlich bewerten sollte. Meinung