Magdeburg. Der taumelnde Fußball-Regionalligist 1. FC Magdeburg (nur vier Punkte aus den letzten acht Spielen) muss in diesen Wochen und Monaten jede Menge Kritik einstecken. So auch vom ehemaligen Aufsichtsratsmitglied Heiner Bertram.

"Es ist einfach nur noch traurig, was dort im Moment passiert", sagte der selbständige Unternehmer und bekräftigte einmal mehr seine Ansicht, "dass der FCM in Bezug auf Fans, Stadion, Umfeld, Trainingsbedingungen und Sponsoren die besten Voraussetzungen für erfolgreichen Fußball bis hin zur 3. Liga hat, aber eben viel zu wenig daraus macht."

Der 70-Jährige sieht verschiedene Ursachen für die sportliche Talfahrt: "Auch wenn natürlich der FCM der Stadt wegen des Stadions zur Dankbarkeit verpflichtet ist, halte ich den kommunalen Einfluss für viel zu stark. Hinzu kommt, dass dem Aufsichtsrat der nötige Stallgeruch fehlt. Zum anderen habe ich den Eindruck, dass für den Manager (Rüdiger Bartsch/d. Red.) der Schuh ein bisschen zu groß ist." Bertram weiter: "Zu kritisieren ist natürlich auch die Personalpolitik und hier in erster Linie die Trainersuche. Der FCM hat sich für einen Jugendtrainer aus Holland entschieden – so etwas kann gutgehen, ist aber ein gewagtes Experiment. Vereine wie Hansa Rostock mit Peter Vollmann oder Chemnitz mit Gerd Schädlich machen es vor. Zwar sind das Trainer ohne großen Namen, aber sie kennen sich in den Ligen aus. Und das ist wichtig."

Die Schuld für die Misere allein Präsident Volker Rehboldt zu geben, ist Bertram zu einfach. Der Clubchef könne aber eben aufgrund des kommunalen Einflusses nicht allein und verantwortungsvoll entscheiden.

Das Fazit Bertrams klingt wenig verheißungsvoll: "Noch nie war der Club so weit von der dritten Liga entfernt wie im Moment. Und wenn erst die Regionalligareform mit fünf Staffeln greift, wird es noch viel schwieriger." Auf die Frage, ob er vielleicht selber noch einmal eingreifen wolle, antwortete er: "Nein, zutrauen würde ich es mir, aber der Aufwand, der beträchtlich wäre, ist mir einfach zu groß."